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Bettel über Semedo: "Es war kein Kavaliersdelikt"
Politik 1 22.01.2021

Bettel über Semedo: "Es war kein Kavaliersdelikt"

Xavier Bettel äußert sich erstmals öffentlich zum Fall Monica Semedo.

Bettel über Semedo: "Es war kein Kavaliersdelikt"

Xavier Bettel äußert sich erstmals öffentlich zum Fall Monica Semedo.
Foto: Anouk Antony
Politik 1 22.01.2021

Bettel über Semedo: "Es war kein Kavaliersdelikt"

Xavier Bettel (DP) bricht sein Schweigen nach Bekanntwerden der Mobbing-Vorwürfe gegen Monica Semedo. Der Premierminister räumt ein, dass es sich um "kein Kavaliersdelikt" handle.

(jt) - Premierminister Xavier Bettel (DP) hat eingeräumt, dass es sich bei den Vorwürfen gegen die liberale Europaabgeordnete Monica Semedo um keine Kleinigkeit handle. Die Vorfälle seien verurteilenswert und kein Kavaliersdelikt, meinte Bettel: „Wenn das Europaparlament entschieden hat, Frau Semedo zu bestrafen, dann ist da etwas dran.“ Wenn nichts geschehen wäre, hätte Parlamentspräsident David Sassoli wahrscheinlich keine Sanktion ausgesprochen.

Mobbing sei keine Bagatelle, sagte Bettel am Freitag bei einer Pressekonferenz nach dem Regierungsrat. Er habe nach Bekanntwerden der Affäre das Gespräch mit Semedo gesucht und sich nach ihrem Wohlbefinden erkundigt. Semedo sei derzeit „am Boden“, meinte Bettel. Er habe seiner Parteikollegin aber auch zu verstehen gegeben, dass ihr Verhalten nicht akzeptabel gewesen sei. 

"Il n'y a pas de fumée sans feu."

Xavier Bettel über die Vorwürfe gegen Monica Semedo

Der Regierungschef, der Semedo vor der Parlamentswahl 2018 persönlich in die Politik geholt hatte, warnte vor voreiligen Schlüssen. Bettel betonte, dass er die Vorwürfe gegen die 36-jährige frühere TV-Moderatorin im Detail nicht kenne. Aber: „Il n'y a pas de fumée sans feu.“ („Wo Rauch ist, ist auch Feuer.“) Man werde die Sache parteiintern im Detail analysieren. 


IPO.EU Parlament, PK der sechs neuen EU-Abgeordneten aus Luxemburg.Monica Semedo,Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
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Semedo war am Montag für 15 Tage vom EU-Parlament suspendiert worden, nachdem frühere Mitarbeiter Mobbingvorwürfe gegen die DP-Politikerin erhoben hatten. Das Dossier, das bei einem Anti-Mobbing-Komitee des Europaparlaments eingereicht wurde, ist über 100 Seiten lang, wie das Portal Politico am Donnerstag meldete. In dem Dokument kommen mutmaßliche Opfer, Zeugen und Experten zu Wort. Semedo werden „unzählige Verstöße, Beleidigungen, aggressives Verhalten, Einschüchterung und Angriffe in der Öffentlichkeit“ gegenüber drei ihrer früherer Assistenten vorgeworfen.

Semedo verliert während der Zeit ihrer Suspendierung ihren Anspruch auf Auszahlung von Tagesgeldern. Sie darf aber weiterhin an Abstimmungen im Europaparlament teilnehmen.

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