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Bettel sprach mit Putin über Sputnik-Impfstoff
Politik 2 Min. 12.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Bettel sprach mit Putin über Sputnik-Impfstoff

Xavier Bettel fühlte bei Wladimir Putin bezüglich einer möglichen Lieferung des Sputnik-V-Impfstoffs ins Großherzogtum vor.

Bettel sprach mit Putin über Sputnik-Impfstoff

Xavier Bettel fühlte bei Wladimir Putin bezüglich einer möglichen Lieferung des Sputnik-V-Impfstoffs ins Großherzogtum vor.
Foto: Chris Karaba
Politik 2 Min. 12.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Bettel sprach mit Putin über Sputnik-Impfstoff

Luxemburg erwägt den Kauf des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V – obwohl das Präparat noch nicht von der zuständigen EU-Agentur offiziell zugelassen ist.

(jt) - Die Luxemburger Regierung liebäugelt damit, den Impfstoff Sputnik V zu bestellen. Premierminister Xavier Bettel telefonierte am Mittwoch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, um über die Verfügbarkeit des Präparats zu sprechen, wie die „Luxembourg Times“ unter Berufung auf eine Regierungssprecherin und Angaben der russischen Diplomatie berichtet.

Bei dem Gespräch zwischen Bettel und Putin ging es vorrangig um die Bekämpfung der Pandemie, „einschließlich der möglichen Aussichten für die Lieferung des russischen Impfstoffs Sputnik V nach Luxemburg“, hieß es in einer Erklärung des Kremls. 

Kauf im Alleingang möglich

Es wurden keine spezifischen Details angesprochen, da der russische Impfstoff noch von der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA geprüft wird, betonte eine Sprecherin von Xavier Bettel am Freitag auf Nachfrage der „Luxembourg Times“. „Die EU-Mitgliedstaaten haben noch keine endgültige Entscheidung getroffen, ob eine gemeinsame Bestellung organisiert wird oder nicht.“ 

Sollte dieser EU-Sammelauftrag nicht zustande kommen, könnte sich Luxemburg im Alleingang Impfstoffdosen aus Russland besorgen. Die Slowakei und Ungarn haben bereits eigene Sputnik-Chargen gekauft, auch Tschechien erwägt dies.

Die Wirksamkeit von Sputnik V wurde in einer von Experten begutachteten Studie bestätigt, die im Februar in der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde. Auch der Vorsitzende der deutschen Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hatte das Produkt am Mittwoch als „guten Impfstoff“ bezeichnet.

Sputnik V, benannt nach der gleichnamigen russischen Weltraummission, könnte die Impfkampagne in Europa beschleunigen. Insgesamt wurden in der EU bisher weniger als elf von 100 Personen geimpft, verglichen mit 35 in Großbritannien und 29 in den USA. Auch Luxemburg befindet sich bei der Impfrate pro Einwohner auf den hinteren Plätzen. 

Der Chef des staatlichen russischen Direktinvestmentfonds RDIF, Kirill Dmitrijew, hatte zuletzt gesagt, dass Russland vom Sommer an - nach Ende der Massenimpfung im eigenen Land - der EU rund 50 Millionen Dosen seines Impfstoffs zur Verfügung stellen könne. Auch über Produktionsstätten in der EU wird verhandelt. RDIF kümmert sich um die internationale Vermarktung des Präparats.


This photograph shows a vial of the AstraZeneca anti-covid-19 vaccine in a pharmacy in Paris on March 12, 2021, as pharmacies have been authorised to give Covid-19 vaccinations - for the first time in the vaccination campaign in France. (Photo by Martin BUREAU / AFP)
4.141 verdächtige AstraZeneca-Dosen in Luxemburg verimpft
Eine bestimmte Charge des Impfstoffs steht im Verdacht, Blutgerinnungen auszulösen. Ein Großteil der Lieferung wurde bereits verbraucht.

Fast 50 Länder haben Sputnik V schon zugelassen, darunter Ungarn, die EU noch nicht. Ein Prüfverfahren bei der EMA läuft noch. Kritiker sehen das Präparat als ideologische Waffe Moskaus im Kampf um geopolitischen Einfluss. Russland hingegen fordert ein faires Prüfverfahren und drängt EU-Vertreter dazu, die politischen Scheuklappen zugunsten der Virusbekämpfung abzulegen.  

Mit Material der dpa.

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