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Bessere Jobvermittlung: Adem und Arbeitgeber rücken näher zusammen
Politik 20.03.2015 Aus unserem online-Archiv

Bessere Jobvermittlung: Adem und Arbeitgeber rücken näher zusammen

Jedes Jahr finden 11.000 bei der Adem eingeschriebene Personen eine neue Arbeitsstelle. Bis 2017 sollen es 5.000 weitere Jobsuchende sein, was jährlich rund 12.600 Personen ausmachen würde.

Bessere Jobvermittlung: Adem und Arbeitgeber rücken näher zusammen

Jedes Jahr finden 11.000 bei der Adem eingeschriebene Personen eine neue Arbeitsstelle. Bis 2017 sollen es 5.000 weitere Jobsuchende sein, was jährlich rund 12.600 Personen ausmachen würde.
Guy Jallay
Politik 20.03.2015 Aus unserem online-Archiv

Bessere Jobvermittlung: Adem und Arbeitgeber rücken näher zusammen

5.000 weitere Jobsuchende sollen bis 2017 wieder berufstätig sein. UEL und Arbeitsagentur wollen hierfür enger zusammenarbeiten. Hinter dem ausgewiesenen Ziel stecken aber vor allem neue strategische Mittel.

(BB) - Im Handel, im Bausektor sowie im Gaststättengewerbe sollen Jobsuchende in den kommenden drei Jahren wieder eine Arbeitsstelle bekommen. Anfang 2015 hatte sich der Unternehmerverband UEL in einem Abkommen mit der Regierung engagiert, 5.000 weiteren Arbeitslosen Perspektiven zu geben.

Doch wie so oft, geht es nicht nur um das Ziel, sondern viel mehr um den Weg an sich. Denn die Betriebe werden nicht einfach so bei der Adem eingeschriebene Arbeitslose übernehmen. Das Beschäftigungsziel geht mit einer näheren Zusammenarbeit mit der Adem einher.

Weiterbildungen und Trainingsprogramme

Zum einen werden die Adem und die Arbeitgebervertreter in einem neuen Lenkungsausschuss gemeinsame Lösungen für die Wiedereingliederung von Jobsuchenden ausarbeiten. Angedacht ist, Praktikas, Beschäftigungsmaßnahmen sowie Weiterbildungsangebote auszubauen.

"Früher war die Adem eine Verwaltung, heute ist es eine moderne Agentur", sagt UEL-Präsident Michel Wurth. Damit gibt er zu verstehen, dass die Adem gezielter auf die Bedürfnisse der Betriebe eingehen soll, wenn freie Stellen zu besetzen sind.

"Die Dienstleistungen der Adem sind kostenlos, es ist ein öffentlicher Service. Wenn die Unternehmen feststellen, dass die Adem ihren Bedürfnissen bestens Rechnung tragen kann, werden sie mehr mit der Agentur zusammenarbeiten", sagt seinerseits Arbeitsminister Nicolas Schmit.

Das Problem ist eigentlich, dass die Unternehmen in der Vergangenheit freie Stellen oftmals gar nicht bei der Adem gemeldet haben - auch wenn sie per Gesetz dazu angehalten sind. Stellt sich die Adem als schneller, zuverlässiger Partner heraus, der für eine passgenaue Vermittlung sorgt, könnten alle Akteure daraus einen Nutzen ziehen. Die Unternehmen könnten schleunig neue Mitarbeiter gewinnen, die hohe Arbeitslosenzahl würde zurückgehen, und die Jobsuchenden hätten selbst neue Perspektiven.

Wie und für wen?

Die neue Zusammenarbeit beruht zum anderen auf Sensibilisierungskampagnen (damit die Unternehmen künftig besser mit der Adem zusammenarbeiten), auf der Schaffung einer Internetplattform (auf der ein Arbeitgeber die Profile von Jobsuchenden selbst einsehen kann) und dem gemeinsamen Ausbau von Weiterbildungskursen, um Jobsuchenden auf die Sprünge zu helfen. 

Die neuen Maßnahmen sollen besonders jungen Arbeitslosen, Jobsuchenden über 45 Jahren und Langzeitarbeitslosen zugute kommen. Um welche Anstellungen es sich handeln wird, bleibt allerdings unklar. Bekommen die 5.000 Personen feste Verträge oder werden die meisten als Leiharbeiter aktiv sein? Die Adem versichert für ihren Teil, dass sie jeweils nach drei Monaten misst, wer tatsächlich auf dem Arbeitsmarkt tätig geblieben ist. 


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