Beschäftigungspolitik: 22 neue Mitarbeiter für die Adem
(DS) – „Die Reform der Adem kommt gut voran“, betont Beschäftigungsminister Nicolas Schmit. Damit alles noch besser wird, soll die Arbeitsagentur personell aufgestockt werden. 22 zusätzliche Mitarbeiter sind in diesem Jahr vorgesehen. Obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Mitarbeiter verpflichtet wurden, schneidet die Adem im Vergleich zum Ausland immer noch recht bescheiden ab. Laut OECD soll ein Mitarbeiter maximal 100 Erwerbslose betreuen, in Luxemburg sind es trotz großer Fortschritte aber immer noch doppelt so viel.
Fortschritte bei der Jugendgarantie
Auch wenn bei der Adem also noch längst nicht alles im grünen Bereich ist, so gibt es doch positive Aspekte zu vermelden. Etwa bei der Jugendgarantie. Seit dem offiziellen Startschuss im Juni letzten Jahres haben 975 Jugendliche von den Angebot profitiert. 77 Prozent haben bis zum Schluss durchgehalten und das Programm abgeschlossen. Die restlichen 23 Prozent, also 229 Jugendlich im Alter bis 26 Jahre, haben allerdings unterwegs aufgegeben.
523 Jugendlichen konnte die Arbeitsagentur eine Offerte im Rahmen der Jugendgarantie unterbreiten. 325 junge Arbeitslose haben am Ende einen Job gefunden, 168 Jugendliche haben zumindest eine vorübergehende Arbeitsstelle im Rahmen einer Beschäftigungsmaßnahme erhalten. Weitere 30 Jugendliche haben den Weg zurück auf die Schulbank gefunden.
Arbeitsminister Schmit zeigt denn auch zufrieden, dass die Jugendarbeitslosenquote im vergangenen Jahr leicht gesunken ist, nämlich von knapp 13 auf nunmehr zwölf Prozent.
Sorgenkinder über 50 Jahre
Sorgen bereiten dem Beschäftigungsminister aber die vielen Arbeitslosen, die älter sind als 50 Jahre. In dieser Alterskategorie liegt die Erwerbslosenquote nämlich deutlich höher als bei den Jugendlichen, machen sie doch 26 Prozent aller Arbeitslosen im Land aus. Darunter befinden sich sehr viele Langszeitarbeitslose, die seit mehr als einem Jahr auf der Suche nach einem Job sind.
Als besonders schwierig erweist sich die Vermittlung von älteren Arbeitslosen, die zusätzlich ein körperliches Gebrechen haben und deshalb ihre alte Arbeit nicht mehr verrichten können und sich in der Reclassement-Prozedur befinden. Die Reform des entsprechenden Gesetzes ist auf dem Instanzenweg. Wie Minister Schmit betonte, sollen Arbeitslose, die sich in der Reclassement-Prozedur befinden, in der Realität aber so gut wie keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt haben, künftig vorzeitig in Rente gehen dürfen.
Damit ältere Erwerbslose, die noch fit sind, auf den Arbeitsmarkt zurückfinden, sollen die bestehenden Maßnahmen so angepasst werden, dass sie den Bedürfnissen der Generation 50 Plus besser entsprechen. Beschäftigungsminister Schmit will aber auch Überzeugungsarbeit in den Unternehmen leisten, denn bislang heben die Betriebsleiter all zu oft Bedenken, wenn sie einen älteren Mitarbeiter einstellen sollen.