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Unterstützung für Lehrbeauftragte
Politik 3 Min. 23.02.2015 Aus unserem online-Archiv
Berufskammerwahlen im Öffentlichen Dienst

Unterstützung für Lehrbeauftragte

Luc Wildanger ist Vorsitzender der Vereinigung der Lehrbeauftragten Acen und Präsident des Lehrerkomitees im Lycée Robert Schuman.
Berufskammerwahlen im Öffentlichen Dienst

Unterstützung für Lehrbeauftragte

Luc Wildanger ist Vorsitzender der Vereinigung der Lehrbeauftragten Acen und Präsident des Lehrerkomitees im Lycée Robert Schuman.
Foto: Guy Wolff
Politik 3 Min. 23.02.2015 Aus unserem online-Archiv
Berufskammerwahlen im Öffentlichen Dienst

Unterstützung für Lehrbeauftragte

Gleich drei Gewerkschaften wollen sich des Schicksals der Lehrbeauftragten annehmen und haben für die Berufskammerwahlen im März eine Liste angemeldet: die CGFP, der SEW/OGBL und die im vergangenen Sommer neu gegründete Acen.

(mig) - Gleich drei Gewerkschaften wollen sich des Schicksals der Lehrbeauftragten annehmen und haben für die Berufskammerwahlen im Öffentlichen Dienst im März eine Liste angemeldet: die CGFP, der SEW/OGBL und die im vergangenen Sommer neu gegründete Acen.

Rund 43 600 Staatsbedienstete sind im März aufgerufen, in acht Kategorien 27 Vertreter für die Staatsbeamtenkammer zu wählen. Auch der neu gegründete Berufsverband der Lehrbeauftragten (Acen) geht an den Start. Die Vereinigung will sich aber nicht nur für die Lehrbeauftragten einsetzen, sondern sich auf breiter Front für die Interessen aller Staatsangestellten stark machen, die nach Ansicht der Acen in der Staatsbeamtenkammer unterrepräsentiert sind. 

Die Lehrbeauftragten gehören wie alle Staatsangestellten (employés de l'Etat et des établissements publics) der Karriere G an. Ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, laut dem Präsidenten der Association des chargés de l'enseignement national von rund 330 im Jahr 2002 auf heute rund 1.200 allein im Postprimaire.

Gewerkschaftsarbeit im Sand verlaufen

Zwar haben die Lehrbeauftragten in der Vergangenheit mehrfach versucht, gewerkschaftlich aufzutreten, doch die Arbeit verlief meist im Sand. Im vergangenen Sommer dann kam es zur Gründung der Acen. Die Vereinigung hatte die Möglichkeit, sich einer anderen, größeren Gewerkschaft anzuschließen, doch die Mitglieder haben sich dazu entschlossen, unabhängig zu bleiben.  

Kaum Unterstützung für Chargés

CGFP und FNCTTFEL (Landesverband) waren die einzigen Gewerkschaften, die 2010 mit einer Liste in der Kategorie G angetreten waren. Mit 88 Prozent der Stimmen konnte die CGFP die zwei Sitze für sich verbuchen. Das ist wohl auch der Grund, warum der Landesverband in diesem Jahr auf eine Teilnahme in dieser Kategorie verzichtet.

Obschon die CGFP auch die Interessen der Lehrbeauftragten vertritt, fühlen sich die Betroffenen dem Acen-Vorsitzenden Luc Wildanger zufolge nicht wirklich wahrgenommen. Grund genug, nun mit einer eigenen Liste anzutreten. Die Acen will sich nicht nur für die Chargés einsetzen, sondern generell eine Lanze für die Staatsangestellten brechen, „deren Zahl immer größer wird und die in der Kammer inzwischen völlig unterrepräsentiert sind“, wie Wildanger sagt.

Das Ungleichgewicht wird sichtbar, wenn man z.B. die untere Laufbahn (C) mit der Kategorie G vergleicht. In der unteren Laufbahn entscheiden 8.127 Wähler über die Besetzung von neun Sitzen, die Gruppe G hat 10.343 Wähler, aber nur zwei Sitze. Wäre die Sitzvergabe direkt proportional zur Wähleranzahl, käme die Kategorie G auf sechs Sitze (statt zwei) und die Kategorie C auf fünf (statt neun). Aus diesem Grund fordert die Acen, dass die Sitzverteilung in der Kammer den tatsächlichen Verhältnissen angepasst wird.

Lehrbeauftragte ohne Rechte

Im Besonderen möchte die Acen sich für die Interessen der Lehrbeauftragten einsetzen. Deren Rechte seien in der Vergangenheit immer wieder mit Füßen getreten worden, meint Wildanger. Angefangen habe dies 1997, als die Karriere der Lehrbeauftragten herabgestuft wurde (vom Grad E6 ins E3). „Das hat damals aber niemanden interessiert, weil die Herabstufung nur für künftige Chargés galt“, so der Acen-Vorsitzende.

Trotz der Reform im Öffentlichen Dienst geht die Ungleichbehandlung weiter, denn Lehrbeauftragte mit einem Bachelor oder Master werden nicht mit vergleichbaren Diplomen beim Staat gleichgestellt. Die Gleichbehandlung ist mitunter das größte Anliegen der Acen.

Zudem fordert die Gewerkschaft für ihre Berufskollegen auch bessere Arbeitsbedingungen (u.a. 22 statt 24 Unterrichtsstunden, Anerkennung der Berufserfahrung, Versetzungsrecht). Des Weiteren fordert sie, dass das Gesetz, das die Situation der Lehrbeauftragten regelt, präzise definiert wird, mit allen Rechten und Pflichten, sowie eine Reform der Aufnahmeprüfung. Ziel müsse es sein, nur noch diplomierte Lehrer einzustellen und dafür zu sorgen, dass die heutigen Lehrbeauftragten Zugang zum Diplom erhalten, so Wildanger.


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