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Berufsausbildung in der Warteschleife
Die große Reform der Berufsausbildung wird nicht mehr vor der Sommerpause im Parlament verabschiedet werden.

Berufsausbildung in der Warteschleife

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Die große Reform der Berufsausbildung wird nicht mehr vor der Sommerpause im Parlament verabschiedet werden.
Politik 12.07.2018

Berufsausbildung in der Warteschleife

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Von allen angekündigten Reformen ist die der Berufsausbildung wohl die einzige, die der Bildungsminister nicht mehr rechtzeitig durch das Parlament bekommt. Sie kann frühestens 2019/20 in Kraft treten.

Bildungsminister Claude Meisch hat viele Reformen umgesetzt, doch die Reform der Berufsausbildung schafft die parlamentarische Hürde nicht mehr. In seinem Gutachten hatte der Staatsrat eine ganze Reihe von Einwänden erhoben. Die Hohe Körperschaft verlangte, dass einzelne Punkte wie die Versetzungsbestimmungen (règlement de promotion) im Gesetz verankert werden und nicht, wie vorgesehen, in einem großherzoglichen Reglement.

Claude Meisch hat dem zuständigen Parlamentsausschuss diese Woche Änderungsanträge unterbreitet, die nun geprüft werden und dann an den Staatsrat weitergeleitet werden. Eine Abstimmung vor der Sommerpause ist somit ausgeschlossen.


Die Berufsausbildung sorgt seit der großen Reform im Jahr 2008 immer noch für Probleme.
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Problemreform

Die Berufsausbildung wurde vor zehn Jahren grundlegend reformiert. Seither ebbt die Kritik an der Reform nicht ab. Das Umsteigen auf Module, einen kompetenzbasierten Unterricht und eine kompetenzbasierte Bewertung ohne Noten hatte erhebliche Probleme verursacht. Die automatische Versetzung führte dazu, dass viele Schüler im letzten Ausbildungsjahr ohne Abschluss da standen, weil sie nicht alle dazu erforderlichen Module geschafft hatten.

In der Folge wurden mehrere kleinere Anpassungen vorgenommen, die die Situation aber nicht wirklich verbessern konnten. Eine vom Bildungsministerium in Auftrag gegebene Analyse der Universität Luxemburg bestätigte die Probleme, die vorher auch schon von den Schulen und Lehrern hervorgehoben wurden. Dem Ruf nach einer "Mise à plat" und einem Neuanfang aber wurde nicht nachgegeben.

Nach kleineren Anpassungen versprach Claude Meisch im Juli 2016 eine Makro-Reform. Die wird nun nicht 2018/19, sondern frühestens 2019/20 in Kraft treten können.


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