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Berufsausbildung: Erste Reformschritte
Politik 2 Min. 15.09.2016

Berufsausbildung: Erste Reformschritte

Der Bildungsminister plant für kommendes Jahr eine tiefgreifende Reform, um die Berufsausbildung wieder fit zu machen.

Berufsausbildung: Erste Reformschritte

Der Bildungsminister plant für kommendes Jahr eine tiefgreifende Reform, um die Berufsausbildung wieder fit zu machen.
Foto: Reuters
Politik 2 Min. 15.09.2016

Berufsausbildung: Erste Reformschritte

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Seit Jahren fordern Lehrer und Gewerkschaften eine Reform der Reform der Berufsausbildung, um die seit 2008 andauernden Missstände zu beheben. Im Sommer hat das Parlament kleinere Anpassungen verabschiedet. Eine tiefgreifendere Reform soll folgen.

(mig) - Die Einführung ab 2008 von kompetenzbasiertem Unterricht, kompetenzbasierter Bewertung, Modulen und automatischer Versetzung in über 100 Ausbildungsgängen hat Lehrer und Schüler an den Rand der Verzweiflung gebracht. Seit Jahren fordern die Betroffenen eine Reform der Reform.

Der Bildungsminister hat sich jetzt, zweieinhalb Jahre nach Beginn seiner Amtszeit, für kleine gesetzliche Anpassungen entschieden, bevor er, „im Dialog mit den Schulpartnern und dem Parlament“ - Claude Meisch kündigte eine Konsultierungsdebatte in der Chamber an - eine größere Reform in Angriff nimmt.

Ganz besonders schlimm ist die Lage in der Technikerlaufbahn, die 2008 aus dem Régime technique in die Berufsausbildung ausgelagert wurde. Die Leistungen sind im Vergleich zur früheren Ausbildung dramatisch zurückgegangen. Darauf hatte die Lehrergewerkschaft SEW zusammen mit der nationalen Schülervertretung Unel und der OGBL-Jugend kurz vor der Sommerpause hingewiesen und eine Protestaktion für den 16. September angekündigt, sollte der Minister nicht handeln.

Wenige Tage später stimmte das Parlament über Änderungen bei der Berufsausbildung ab, und Meisch kündigte weitere Maßnahmen an, um den Abschlussschülern der Technikerlaufbahn entgegenzukommen. Daraufhin wurde die Protestaktion auf Eis gelegt.

Hier die Neuerungen im Überblick:

  • Die mit der Reform eingeführte automatische Versetzung hat dazu geführt, dass Tausende Schüler ungebremst und mit angehäuften Defiziten in den Abschlussklassen landen, wegen der Defizite aber nicht zur Abschlussprüfung zugelassen werden oder sie nicht schaffen. Um gegenzusteuern, wird die jährliche Versetzung ab dieser Rentrée wieder eingeführt.
  • In den DAP- und Technikerausbildungen (Vollzeit) werden die Zwischenprüfungen, die „Projets intégrés intermédiaires“ (PII) aus organisatorischen Gründen abgeschafft. Für Schüler mit einem „contrat d'apprentissage“ bleibt der Test bestehen.
  • 7e- und 9e-Schüler müssen sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen. So will man verhindern, dass sie auf einen Beruf vorbereitet werden, den sie aus gesundheitlichen Gründen nicht ausüben können.
  • Eine Begleitstelle bietet Schülern administrative Hilfe bei der Anerkennung ihrer Berufserfahrung
  • Abschlussschüler der Laufbahn „Technicien administratif et commercial“, die ihren Abschluss vergangenes Schuljahr nicht geschafft haben, haben ab dem 26. September (statt erst im Februar 2017) die Möglichkeit, ihre Prüfung („Pif de rattrapage“) nachzuholen. Schaffen sie die Prüfung, haben sie noch die Möglichkeit, sich für das Wintersemester an einer Hochschule einzuschreiben. Die gleiche Maßnahme 
kündigte Claude Meisch für 2017 in anderen Technikerausbildungen an.

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