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Berufsanfänger optimal begleiten
Politik 2 Min. 10.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Bildung

Berufsanfänger optimal begleiten

Um der Komplexität ihres Berufes gerecht zu werden, brauchen Grundschul- und Sekundarschullehrer beim Berufseinstieg Hilfestellung. Hierfür werden die conseillers pédagogiques zuständig sein.
Bildung

Berufsanfänger optimal begleiten

Um der Komplexität ihres Berufes gerecht zu werden, brauchen Grundschul- und Sekundarschullehrer beim Berufseinstieg Hilfestellung. Hierfür werden die conseillers pédagogiques zuständig sein.
Foto: Marc Wilwert
Politik 2 Min. 10.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Bildung

Berufsanfänger optimal begleiten

Mit dem Einstieg in den Beruf erwartet Grund- und Sekundarschullehrer künftig ein dreijähriges Praktikum. Um sie dabei optimal zu begleiten, wird das Institut de formation de l'éducation nationale (Ifen) geschaffen, das 2016 in Walferdingen seine Türen öffnen wird.

(mig) - Mit der Reform im öffentlichen Dienst kommt auf alle Staatsbediensteten ein dreijähriges Praktikum zu. Das gilt auch für Lehrer. Für Sekundarschullehrer ist der Stage nicht neu. Sie absolvieren bereits heute ein zweijähriges Praktikum. Neu ist allerdings, dass künftig das Institut de formation de l'éducation nationale (Ifen) für den "Stage d'insertion professionnelle" (zu Deutsch: begleitender Berufseinstieg) für das Praktikum zuständig sein wird.

Für Grundschullehrer ist der Stage eine Neuerung, die es so vorher noch nicht gab. Das Praktikum soll sehr praxisbezogen und auf die Bedürfnisse des einzelnen zugeschnitten sein, erklärte der zuständige Minister Claude Meisch am Mittwoch bei der Vorstellung des Institutes.

Praktikum

Das Praktikum für Grundschullehrer umfasst 108 Stunden Theorie (Schulgesetzgebung, Pädagogik und Didaktik) während den ersten beiden Jahren. Während des gesamten Pratikums wird der Lehrer von einem lokalen Mentor (conseiller pédagogique) begleitet, macht Hospitationen in anderen Schulen oder Klassen und trifft sich mit anderen Berufsanfängern zum Austausch (Peer-Treffen).

Während den ersten beiden Jahren wird der Stagiaire während zwei Wochenstunden freigestellt, im dritten Jahr während einer Wochenstunde. Insgesamt werden die Grundschullehrer während 500 Wochenstunden freigestellt, um ihren Stage-Aufgaben nachkommen zu können.

Sekundarschullehrer müssen 260 Stunden Theorie belegen. Das hat damit zu tun, dass sie anders als Grundschullehrer während ihres Studiums nicht in Pädagogik oder Didaktik ausgebildet werden, und dies während des dreijährigen Praktikums nachholen.

Bewertung

Während des Stage werden die Lehrer mehrfach in verschiedenen Bereichen geprüft. Im ersten Stage-Jahr steht für Grundschullehrer eine Prüfung über die Schulgesetzgebung auf dem Programm, ein Portfolio, in dem die Lehrer ihre berufliche Entwicklung dokumentieren, und ein Unterrichtsbesuch durch den Inspektor.

Im zweiten Jahr müssen die Lehrer eine 15 bis 25 Seiten umfassende Arbeit (Mémoire) über ihre Unterrichtspraxis schreiben, die von einer Jury bewertet wird. Im dritten Jahr steht ein "Bilan de fin de stage" auf dem Programm.

Wer eine Prüfung nicht besteht, kann sie im gleichen Jahr wiederholen. Scheitert er ein weiteres Mal, wird er aus dem Stage ausgeschlossen und muss wieder von vorne anfangen.

Von vorne beginnen, bedeutet, erneut am Concours teilnehmen. Der heutige Examen-Concours im Fondamental wird ab 2016 in einen einfachen Concours umgewandelt, bei dem die Kandidaten sich in einem Ranking platzieren, nicht aber scheitern können.

Im Secondaire bleibt es beim Examen-Concours, der allerdings noch reformiert wird.

Die praktische Ausbildung findet in den Schulen statt, wo die Lehrer auf einen Conseiller pédagogique zählen können. Die theoretische Ausbildung findet im neuen Institut statt. Jedes Jahr werden 500 Stagiaires das Ifen besuchen.

Das Institut ist auch für die Weiterbildung von rund 10.000 Grund- und Sekundarschullehrern und in einer zweiten Phase auch für die Weiterbildung des erzieherischen und psycho-sozialen Personals zuständig.


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