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Berufliche Inklusion: Das letzte Puzzlestück
Politik 23.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Berufliche Inklusion: Das letzte Puzzlestück

Eine Arbeit finden und dann auch dauerhaft im Betrieb Fuß fassen sind zweierlei.

Berufliche Inklusion: Das letzte Puzzlestück

Eine Arbeit finden und dann auch dauerhaft im Betrieb Fuß fassen sind zweierlei.
Foto: Steve Eastwood
Politik 23.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Berufliche Inklusion: Das letzte Puzzlestück

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Mit dem Inklusionsassistenen will die Regierung Personen mit Behinderung oder in einer externen Reklassierungsprozedur ermöglichen, dauerhaft im Job Fuß zu fassen.

Sie sind die Sorgenkinder von Arbeitsminister Nicolas Schmit - die Langzeitarbeitslosen, deren Zahl stagniert, obwohl die Arbeitslosigkeit beständig sinkt. Dazu gehören auch oft Personen mit einer Behinderung oder Reklassierte, die ihren eigentlichen Job nicht mehr machen können: 3.570 waren es im Februar, 21 Prozent aller Arbeitssuchenden. Ihnen soll nun mit der neuen „Assistance à l'inclusion dans l'emploi“ geholfen werden an einem neuen Arbeitsplatz auch dauerhaft bleiben zu können.  

Am Freitag stellten Familienministerin Corinne Cahen (DP) und Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) das neue Gesetz vor, das nun so schnell wie möglich in den Parlamentsausschuss kommen soll. Kernpunkt sind Assistenten mit langjähriger Berufserfahrung im Behindertenbereich, die auch noch auf die spezifische Behinderung spezialisiert sind. Sie brauchen eine Genehmigung des Ministeriums und bekommen dann über den Beschäftigungsfonds 300 Stunden Begleitung über zwei Jahre bezahlt, um auch den Erhalt der Arbeit zu gewährleisten. "Es soll keiner auf der Strecke bleiben", sagte Schmit.

Das Arbeitsumfeld auf Behinderung oder Einschränkung vorbereiten 

Zwei Ziele werden verfolgt: Das Arbeitsumfeld wird für die Behinderung oder Einschränkung sensibilisiert und für den Umgang damit geschult und die Arbeitgeber bekommen einen externen Experten, der den beruflichen Integrationsprozess begleitet. "Viele Arbeitgeber zögern diese Personen einzustellen, weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt", erklärte Cahen. "Da ist es wichtig, dass sie jemanden haben, der hilft, gegen Ausschluss und Diskriminierung zu arbeiten."

Für die beigeordnete ADEM-Direktorin Gaby Wagner ist der Inklusionsassistent "das letzte Puzzlestück eines ganzen Parcours", den die ADEM für Menschen mit Behinderung oder sonstiger beruflicher Einschränkung aufgestellt hat. Sie nutzte die Gelegenheit, eine sehr gute Bilanz des 2016 gegründeten COSP (Centre d’Orientation Socio-Professionnelle) zu ziehen, das dafür verantwortlich zeichnet, Personen mit Behinderung auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und sie mit potenziellen Arbeitgebern zusammenzubringen: 2017 haben 240 Personen das Programm angefangen, 206 haben es auch durchgezogen und 162 davon wurden danach als fit für den Arbeitsmarkt evaluiert. 40 Prozent davon kamen nach dem COSP-Programm auch tatsächlich in Lohn und Brot. Für die anderen Personen wurden andere Möglichkeiten gefunden. 


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