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Benelux-Gipfel in Schengen: Automatische Anerkennung der Diplome
Politik 5 2 Min. 03.10.2016

Benelux-Gipfel in Schengen: Automatische Anerkennung der Diplome

Premier Bettel führte beim Benelux-Gipfel in Schengen Gespräche mit Mark Rutte aus den Niederlanden und Charles Michel aus Belgien.  - Photo : Pierre Matgé

Benelux-Gipfel in Schengen: Automatische Anerkennung der Diplome

Premier Bettel führte beim Benelux-Gipfel in Schengen Gespräche mit Mark Rutte aus den Niederlanden und Charles Michel aus Belgien. - Photo : Pierre Matgé
Pierre Matgé
Politik 5 2 Min. 03.10.2016

Benelux-Gipfel in Schengen: Automatische Anerkennung der Diplome

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Wenn alles klappt, werden die Benelux-Staaten ab dem kommenden Schuljahr gegenseitig alle Bachelor- und Master-Diplome automatisch anerkennen. Dies teilte Premier Bettel im Rahmen des Benelux-Gipfels in Schengen mit.

(DS) "Wenn alles klappt, werden in den Benelux-Staaten alle Master- und Bachelor-Diplome ab kommenden Jahr automatisch gegenseitig anerkennt", so Premierminister Xavier Bettel am Montag bei einer Pressekonferenz im Anschluss an den Benelux-Gipfel in Schengen. Der luxemburgische Regierungschef betonte ferner, dass die Arbeiten an dem entsprechenden Gesetzentwurf fast abgeschlossen sind. Die gegenseitige automatische Anerkennung der Diplome bedeute eine große Erleichterung für die Studenten. Für Bettel ist die Maßnahme aber auch ein gelungenes Beispiel für den Bürokratieabbau.

Maßnahmen wie die gegenseitige Anerkennung der Diplome zeigen, dass die Benelux-Staaten innerhalb der europäischen Union oft eine Vorreiterrolle einnehmen würden, so die Regierungschefs aus  den Niederlanden, aus Luxemburg und aus Belgien übereinstimmend. Für Mark Rutte, Xavier Bettel und Charles Michel stellt das Dreierbündnis eine "valeur ajoutée dans le quotidien" dar.

Stellenabbau bei der ING

Doch damit werden auch die Sorgen grenzüberschreitend. So fand auch die Ankündigung des Stellenabbaus bei der niederländischen Bank ING ihren Niederschlag beim Benelux-Gipfel. So bestätigte Premier Bettel, dass Luxemburg von der Maßnahme nicht betroffen sei. Bis zu 7.000 Stellen könnten im Zuge der Umstrukturierung wegfallen, die meisten davon in den Niederlanden und in Belgien. Damit will der Konzern bis zum Jahr 2021 etwa 900 Millionen Euro einsparen.

Man werde versuchen, dass so wenige Stellen wie irgend möglich abgebaut würden, erklärte der belgische Premier  Charles Michel. Er war bereits am Montagmorgen mit der Führung der Bank zusammengetroffen, im Anschluss an den Benelux-Gipfel stand dann eine Unterredung mit den Gewerkschaften auf der Agenda.  Zudem werde man versuchen, den Stellenabbau so sozial verträglich wie möglich zu gestalten.

Beim Gipfel in Schengen sprachen Bettel, Rutte und Michel auch über Ungarn und das Referendum, das am Sonntag an den 50-Prozent-Hürde gescheitert war. Die EU werde weiter an der Solidarität festhalten, so die drei Regierungschefs übereinstimmend. Premier Bettel zeigte sich erleichtert hinsichtlich des Ausgangs der Volksbefragung. Es sei befremdlich, wenn europäische Länder versuchen würden, über den Weg eines nationalen Referendums Einfluss auf die gesamte europäische Politik zu nehmen, so Bettel. 

Reise nach Tunesien

Eine europäische Vorreiterrolle könnten die Benelux-Staaten demnächst auch im Verhältnis zu Tunesien einnehmen. So steht in den kommenden Monaten eine Visite in Tunis an, an der auch eine größere Wirtschaftsdelegation teilnehmen wird. Im Mittelpunkt stehen denn auch Gespräche in Bezug auf eine bessere wirtschaftliche Zusammenarbeit. Bei dem Treffen sollen aber auch die Themen Migration und Sicherheit erörtert werden. 

An dem gemeinsamen Mittagessen im Anschluss an den Benelux-Gipfel nahmen übrigens auch Großherzog Henri und Großherzogin Maria-Teresa teil.


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