Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Belarus: Protestwoche in Luxemburg geplant
Politik 4 2 Min. 17.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Belarus: Protestwoche in Luxemburg geplant

Die Demonstranten am Montagabend auf der Place d'Armes.

Belarus: Protestwoche in Luxemburg geplant

Die Demonstranten am Montagabend auf der Place d'Armes.
Foto: Alena Pottier-Kramarenko
Politik 4 2 Min. 17.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Belarus: Protestwoche in Luxemburg geplant

Sarah CAMES
Sarah CAMES
Seit rund einer Woche sorgen Proteste nach der Wahl in Belarus international für Schlagzeilen. Auch in Luxemburg soll diese Woche mehrmals gegen Staatschef Lukaschenko demonstriert werden.

Nachdem es am Freitag und am Samstag auch in Luxemburg erste Proteste gegen den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko gegeben hat, wollen sich Unterstützer der Protestbewegung diese Woche wieder mehrmals in der Hauptstadt treffen.

Treffpunkt zum ersten Termin war am Montagabend um 18.15 Uhr am Hauptbahnhof. Von dort aus bewegte sich der Protestzug entlang der Avenue de la Liberté über den Rousegäertchen bis zur Place d'Armes. Die Veranstaltung in der Hauptstadt fand symbolisch zeitgleich mit einer Großdemonstration auf dem Minsker Unabhängigkeitsplatz statt. Rund 20 Demonstranten hatten sich dem Protestzug durch die Hauptstadt am Mittwochabend angeschlossen und trugen dabei die weißrussischen Nationalfarben.

Am Mittwoch soll es um 12 Uhr gegenüber dem EU-Parlamentsgebäude in Kirchberg erneut losgehen. Lali Maisuradze, Organisatorin der Protestaktion, erklärte dem „Luxemburger Wort“, sie habe Hoffnung, dass sich diesmal etwas in dem Land bewegt. „Es ist das erste Mal in der modernen Geschichte Weißrusslands, dass so viele Leute auf die Straße gehen und sich gegen die Regierung erheben“, so die gebürtige Weißrussin, die seit mehreren Jahren in Luxemburg lebt.

Seitdem sich Lukaschenko nach der Präsidentschaftswahl vor rund einer Woche zum Sieger der Wahl erklärt hat, herrscht in Belarus der Ausnahmezustand. Nach offiziellen Angaben soll er rund 80 Prozent der Stimmen geholt haben - das Wahlergebnis wird jedoch sowohl von den Demonstranten, als auch von unabhängigen Wahlbeobachtern infrage gestellt.

Die 37 Jahre alte Swetlana Tichanowskaja, Lukaschenkos Herausforderin, wird von vielen als wahre Gewinnerin der Wahl angesehen - sie hat sich kurz nach Ausbruch der Unruhen im EU-Nachbarland Litauen in Sicherheit gebracht. Lukaschenko steht bereits seit 26 Jahren ununterbrochen an der Spitze des Oststaates und gilt vielen als „letzter Diktator Europas“.  


TOPSHOT - A woman shouts as she holds a Belarus flag during a protest rally against police violence at recent rallies of opposition supporters, who accuse strongman Alexander Lukashenko of falsifying the polls in the presidential election, in central Minsk on August 14, 2020. - Crowds of workers walked off the job on August 14, 2020, at several factories in Belarus's capital Minsk in support of the opposition calling for leader Alexander Lukashenko to step down. Hundreds of workers marched from the Minsk Automobile Plant (MAZ) and the Minsk Tractor Works (MTZ) after the opposition called for strikes against Lukashenko's disputed claim to have won re-election. (Photo by Sergei GAPON / AFP)
Lukaschenko geht in die Offensive - Protest auch in Luxemburg
Demonstranten fordern den Rücktritt von Machthaber Alexander Lukaschenko in Belarus. Auch in Luxemburg gingen am Samstag Menschen auf die Straße, um gegen den "letzten Diktator Europas" zu protestieren.

Am Sonntag nahm die Organisatorin der luxemburgischen Protestaktionen in Den Haag an einem großen Protestzug mit rund 700 Teilnehmern teil - die breite internationale Unterstützung stimmt Maisuradze optimistisch. Auch bei den bisherigen Protestmärschen in Luxemburg waren Unterstützer aus mehreren Ländern dabei. Rund 80 Prozent waren Weißrussen, zu ihnen gesellten sich aber auch Letten, Kanadier, Franzosen und Russen. Am Samstag nahmen laut der Organisatorin rund 60 Leute am Umzug teil.

Maisuradze fällt es nicht leicht, in dieser Zeit von ihrer Familie, die noch in Belarus lebt, abgeschnitten zu sein. Ein Familienmitglied, das seit 20 Jahren bei der Polizei gearbeitet habe, habe angesichts der Ausschreitungen am Mittwoch gekündigt, um nicht gegen die eigenen Landsleute vorgehen zu müssen. „Das wichtigste ist jetzt, dass wir jeden Tag rausgehen, und unseren Stimmen Gehör verschaffen“, so die Weißrussin.

Lali Maisuradze wird bei der Protestaktion am Montagabend auf der Place d'Armes interviewt.
Lali Maisuradze wird bei der Protestaktion am Montagabend auf der Place d'Armes interviewt.
Foto: Alena Pottier-Kramarenko

 

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Offenbar gelingt es Alexander Lukaschenkos Sicherheitsapparat die Protestwelle in Belarus zu unterdrücken. Aber mit Repressalien, die an die Stalinzeit erinnern.
TOPSHOT - Demonstrators with a placard with an image of Belarus' President Alexander Lukashenko protest against the results of Belarusian presidential election outside the Belarusian embassy in Moscow on August 12, 2020. (Photo by Dimitar DILKOFF / AFP)