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Bauprojekt in Beckerich: Dieschbourg wehrt sich
Politik 2 Min. 09.08.2020

Bauprojekt in Beckerich: Dieschbourg wehrt sich

Der Baustopp wurde laut Umweltministerium am 25. Juni verhängt. Seither stehen die Bagger auf der Baustelle in Howelingen still.

Bauprojekt in Beckerich: Dieschbourg wehrt sich

Der Baustopp wurde laut Umweltministerium am 25. Juni verhängt. Seither stehen die Bagger auf der Baustelle in Howelingen still.
Foto: Anouk Antony
Politik 2 Min. 09.08.2020

Bauprojekt in Beckerich: Dieschbourg wehrt sich

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Die Umweltministerin widerspricht dem Vorwurf, dass die Frau ihrer grünen Parteikollegin Tilly Metz beim Bau einer Kindertagesstätte in Howelingen bevorzugt behandelt wurde.

„In diesem konkreten Fall handelt es sich um ein Grundstück, das im Bauperimeter des PAG liegt und nicht in einer Grünzone. Die Aussagen im Artikel des “Luxemburger Wort„ sind nicht akkurat“, unter anderem diese Aussage geht aus der Antwort von Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) auf eine parlamentarische Frage des Abgeordneten Fernand Kartheiser (ADR) hervor. Dieser hatte sich über den Bau einer Kindertagesstätte in Howelingen erkundigt und sich dabei auf einen Artikel des „Luxemburger Wort“ vom 5. August bezogen. Das „Tageblatt“ hatte bereits Anfang Juli über den Fall berichtet.

In der kleinen Ortschaft in der Gemeinde Beckerich im Nordwesten Luxemburgs wurde der Bau einer Kindertagesstätte am 25. Juni gestoppt, weil von einem Mitarbeiter der Forstverwaltung ein Verstoß gegen den Naturschutz festgestellt wurde. Es war nämlich keine Ökobilanz erstellt worden, eigentlich ein obligatorischer Schritt, wenn ein Biotop innerhalb des Bauperimeters zerstört wird.

Zehn Obstbäume und eine Hecke entfernt

Im konkreten Fall wurden laut Biotopkartierung zehn Obstbäume und eine Hecke entfernt, wodurch der Lebensraum vieler Insekten und Vögel zerstört wurde. 

Dieschbourg wehrt sich zudem gegen die Darstellung, dass die Forstverwaltung im Rahmen des Baustopps aktiv geworden sei. Vielmehr sei sie im Rahmen der initialen Genehmigungsprozedur eingeschritten. Man habe den Bauherrn darauf aufmerksam gemacht, dass sein Antrag nicht komplett sei und einen Besichtigungstermin am 6. Juli vereinbart.

Die Umweltministerin präzisiert zudem, dass die Dienste der Forstverwaltung stets kostenlos sind und die Bauherrin, bei der es sich um Barbara Agostino (DP), die Frau der grünen Europaabgeordneten Tilly Metz handelt, nicht bevorzugt behandelt wurde. Über die Höhe der Kosten von Gutachten privater Planungsbüros habe das Umweltministerium keine Informationen.

560 Ökobilanzen in zwei Jahren

Private Firmen erstellen die Ökobilanzen unter anderem in komplexeren Fällen, die Kosten dafür trägt der Bauherr. Aus der Antwort von Dieschbourg geht hervor, dass in den Jahren 2019 und 2020 insgesamt 560 Ökobilanzen erstellt worden sind. 175 von der Forstverwaltung selbst, alle kostenlos. In der Regel werde versucht, innerhalb von zwei Wochen eine Besichtigung durchzuführen. Im Fall in Howelingen habe es jedoch drei Wochen gedauert. Die Ökobilanz liege noch nicht vor, weil noch Informationen über den genauen Verlauf des Bauperimeters fehlten.


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