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Bauernzentrale in Feierlaune
Politik 2 Min. 28.11.2019

Bauernzentrale in Feierlaune

Großherzog Henri (zweiter von rechts im Vordergrund) lässt sich im Foyer des Merscher Kulturhauses die Geschichte der Bauernzentrale erläutern.

Bauernzentrale in Feierlaune

Großherzog Henri (zweiter von rechts im Vordergrund) lässt sich im Foyer des Merscher Kulturhauses die Geschichte der Bauernzentrale erläutern.
Foto: Pierre Matgé
Politik 2 Min. 28.11.2019

Bauernzentrale in Feierlaune

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Die Centrale Paysanne Luxembourgeoise begeht am Donnerstag im Kulturhaus in Mersch ihren 75. Geburtstag mit einer akademischen Festsitzung. Dies unter anderem in Präsenz von Großherzog Henri.

Um ihren 75. Geburtstag gebührend zu feiern, hat die Bauernzentrale zu einer akademischen Festsitzung in das Kulturhaus nach Mersch eingeladen. Dass dem Ruf neben zahlreichen Landwirten auch viele Ehrengäste, unter ihnen das luxemburgische Staatsoberhaupt Großherzog Henri, gefolgt sind, zeigt, dass die Landwirtschaft und ihre größte Interessenvertretung nach wie vor einen wichtigen Platz in der luxemburgischen Gesellschaft einnehmen. 

Zu Beginn ließ Marc Fisch, Präsident der Bauernzentrale, den Blick in die Vergangenheit schweifen. Nach den unsicheren Kriegszeiten habe bei vielen Bauern das Bedürfnis bestanden, sich zu organisieren und mit einer Stimme zu sprechen. Diese Aufgabe habe die Bauernzentrale dann in den vergangenen 75 Jahren erfüllt und eine entscheidende Rolle bei der Modernisierung des Sektors gespielt. 

Skepsis, Kritik und Ablehnung 

Dabei habe die Bauernzentrale nicht nur Freunde gehabt. Im Lauf der Jahre seien ihr Skepsis, Kritik und sogar Ablehnung entgegengeschlagen. Dies teilweise auch aus den Reihen der Landwirte. Doch trotz aller Widerstände spiele sie sowohl heute als auch in Zukunft eine wichtige Rolle. 


Lokales, ITV Marc Fisch,Foire Agricole.Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort.
Bauerenzentral feiert 75. Geburtstag
Die Centrale Paysanne Luxembourgeoise steht seit 1944 im Dienste der Landwirte. Präsident Marc Fisch spricht im Interview über ihre Rolle und die Landwirtschaft im Allgemeinen.

Anschließend war es an Festreferent Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, einen Blick in die Zukunft der Landwirtschaft zu werfen. In seinem Vortrag zeichnete er zunächst ein eher düsteres Bild in Bezug auf den Istzustand. Momentan befinde sich nämlich „viel Druck auf dem Kessel“, was auch die mit 10 000 Teilnehmern größte Traktordemo in der Geschichte Deutschlands vom vergangenen Dienstag in Berlin verdeutliche. 

Dieser Tatsache müsse Rechnung getragen werden, indem man als Bauern mit der Gesellschaft in Diskussion trete. Dies auch in den sozialen Medien, selbst wenn der dort herrschende raue Ton oft abstoßend wirke. Heutzutage lasteten hohe Leistungserwartungen auf der Landwirtschaft, doch es fehle an den nötigen Investitionen. Dies, weil es oftmals an Verständnis für langfristige Entwicklungen fehle. 

Auflagen teilweise realitätsfremd

Die Politik forderte er auf, ihren Umgang mit der Landwirtschaft zu überdenken. Die Fördergeldpolitik müsse mehr von den Zielen her gedacht werden. Einige Auflagen seien zudem schlicht realitätsfremd und in der Praxis nicht umsetzbar. 

Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) bezeichnete in seiner Rede die Bauernzentrale als Partner und unterstrich, dass man ein gemeinsames Ziel verfolge, nämlich einen nachhaltigen landwirtschaftlichen Sektor. Dies sowohl auf sozialer, ökonomischer als auch auf ökologischer Ebene.  

Mit Blick auf den Klimawandel betonte Schneider, dass die Landwirtschaft dessen Folgen besonders zu spüren bekomme. Doch gerade in Luxemburg gebe es für die Landwirtschaft auch viele Möglichkeiten beim Kampf gegen den Klimawandel. Als Grünlandstandort könne das Großherzogtum nämlich Kohlenstoff im Boden binden und so dessen Ausstoß in die Atmosphäre verhindern.


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