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Bauern leiden unter Preisverfall: SOS aus dem Stall
Politik 28.08.2015 Aus unserem online-Archiv

Bauern leiden unter Preisverfall: SOS aus dem Stall

Die Marktgesetze machen den Milchbauern zu schaffen.

Bauern leiden unter Preisverfall: SOS aus dem Stall

Die Marktgesetze machen den Milchbauern zu schaffen.
Shutterstock
Politik 28.08.2015 Aus unserem online-Archiv

Bauern leiden unter Preisverfall: SOS aus dem Stall

Luxemburgs Landwirte setzen große Hoffnungen in Fernand Etgen. Vom Treffen mit dem Landwirtschaftsminister am Dienstag erwarten sie sich kurzfristige Signale, um ihre angespannte finanzielle Lage zu beruhigen.

(mas) - Preisverfall in der Milchwirtschaft, Preisverfall in der Schweinezucht, Preisverfall in der Rindermast, Preisverfall beim Getreideanbau: Die unerbittlichen Marktgesetze von Angebot und Nachfrage machen den Landwirten schwer zu schaffen. Allein in der Milchwirtschaft, dem wichtigsten Standbein der luxemburgischen Landwirtschaft, fielen die Preise je Kilogramm innerhalb eines Jahres von 37 auf 27 Cent. "Das entspricht einem monatlichen Verlust zwischen 3500 und 4500 Euro", gibt Marc Fisch, Präsident der Centrale paysanne, zu bedenken. 

In Anbetracht einer sich zuspitzenden wirtschaftlichen Lage wenden sich Luxemburgs Bauernverbände nun an ihren Ressortminister. Vom sogenannten Milchgipfel am kommenden Dienstag erwarten sie sich klare Signale, um die Lage zu entspannen. Darüber hinaus sehen sie Fernand Etgen auch in der Pflicht, auf europäischer Ebene Verantwortung zu übernehmen, schließlich übe Luxemburg derzeit den EU-Vorsitz aus.

"Die Politik war sich im Vorjahr bewusst, welche Folgen das Russland-Embargo auf europäische Exporte hat - dann soll sie jetzt auch den betroffenen Branchen unter die Arme greifen", steht für Camille Schroeder von der Baueren-Allianz fest. Spielraum sehen die Bauern beispielsweise bei den Interventionspreisen.

Verbraucher sollen luxemburgische Milch kaufen

Auf nationaler Ebene hoffen die Landwirte auf Entgegenkommen bei den Investitionssätzen im neuen Agrargesetz, bei der Handhabung von Umwelt- und Naturschutzauflagen, bei der Entrichtung der Sozialbeiträge und bei der Vermarktung. Hier fühle man sich "allein gelassen", so Marc Fisch.

Von Bauernseite erwartet man sich eine stärkere Sensibilisierung der Verbraucher, sich für Qualitätserzeugnisse aus luxemburgischer Herkunft zu entscheiden. Allein das Beispiel, dass nicht einmal mehr die Hälfte der Gemeinden sich am Schulmilchprogramm beteilige, offenbare den Handlungsbedarf.

Von Kundgebungen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, sehen die Bauerngewerkschaften erst einmal ab. In den vergangenen Wochen hatten die belgischen und französischen Bauern u.a. mit Straßenblockaden auf ihre schwierige Lage hingewiesen.

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