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"Bâtonnier" bekräftigt Berufsgeheimnis
Politik 14.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Luxemburger Anwälte und die PANA-Kommission

"Bâtonnier" bekräftigt Berufsgeheimnis

François Prum macht als Vorsitzender des luxemburgischen "Barreau" in Sachen Anwaltsgeheimnis keine Kompromisse.
Luxemburger Anwälte und die PANA-Kommission

"Bâtonnier" bekräftigt Berufsgeheimnis

François Prum macht als Vorsitzender des luxemburgischen "Barreau" in Sachen Anwaltsgeheimnis keine Kompromisse.
Foto: Chris Karaba
Politik 14.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Luxemburger Anwälte und die PANA-Kommission

"Bâtonnier" bekräftigt Berufsgeheimnis

Christoph BUMB
Christoph BUMB
Das Anwaltsgeheimnis sei auch im Fall einer Enquetekommission des EU-Parlaments "absolut", sagt der Vorsitzende des Luxemburger Barreau, François Prum. Der "Bâtonnier" reagiert damit auf die Kontroverse um die sogenannte PANA-Kommission.

(C./CBu) - In der Diskussion um die Frage, ob luxemburgische Anwälte in der sogenannten PANA-Kommission des Europäischen Parlaments aussagen dürfen, 
sieht sich der Vorsitzende des Barreau, 
François Prum, zu einer Stellungnahme veranlasst.

Der "Bâtonnier" betont in einem schriftlichen Statement, dass ein Anwalt dem Berufsgeheimnis verpflichtet sei. Dieses Anwaltsgeheimnis sei 
"absolut", so Prum in Bezug auf widersprüchliche Einschätzungen von luxemburgischen Rechtsanwälten zur Frage in der Presse. Laut dem Gesetz über den Anwaltsberuf könne niemand außer einem Mandanten seinen Anwalt von dessen Berufsgeheimnis entbinden.

Die beim Barreau eingetragenen Rechtsanwälte seien im Zweifel dazu verpflichtet, bei einer Vorladung einer vergleichbaren Untersuchungskommission den Rat des  "Bâtonnier" einzuholen, so Prum auf Nachfrage des "Luxemburger Wort". Der "Conseil de l'Ordre" der Anwaltskammer wache zudem über die Einhaltung des Gesetzes in Fragen der Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung durch die beim Barreau eingetragenen Anwälte. Jede Zuwiderhandlung würde vor den Disziplinarrat der Anwaltskammer gebracht.

In jedem Fall müsse ein Anwalt vollständig mit dem "Bâtonnier" kooperieren und den Empfehlungen des "Conseil de l'Ordre" nachkommen. Das "Luxemburger Wort" hatte in seiner Printausgabe am Dienstag berichtet, dass es unter der Anwaltschaft unterschiedliche Meinungen zur Problematik gebe. 
So hatte etwa der Anwalt und LSAP-Abgeordnete Franz Fayot 
in der vergangenen Woche gemeint, dass man als Anwalt durchaus einer Vorladung der PANA-Kommission Folge leisten könne, wenn man gegebenenfalls auch die Aussage mit Verweis auf das Anwaltsgeheimnis verweigern müsse.

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