Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Background am Gespréich: "Syfel ist nicht mein Verhandlungspartner"
Politik 12.03.2016

Background am Gespréich: "Syfel ist nicht mein Verhandlungspartner"

Für Kersch ist die Ernennung von Maggy Nagel ins Wirtschaftsministerium nichts Besonderes.

Background am Gespréich: "Syfel ist nicht mein Verhandlungspartner"

Für Kersch ist die Ernennung von Maggy Nagel ins Wirtschaftsministerium nichts Besonderes.
Foto: Serge Waldbillig
Politik 12.03.2016

Background am Gespréich: "Syfel ist nicht mein Verhandlungspartner"

Teddy JAANS
Teddy JAANS
In der RTL-Sendung "Background am Gespréich" ging Innenminister Dan Kersch sowohl auf die Ernennung von Maggy Nagel, wie auch auf die Trennungs-Verhandlungen mit der Kirche ein.

(TJ) - LSAP-Innenminister Dan Kersch stand am Samstag in der RTL-Sendung "Backgrund am Gespréich" Rede und Antwort zu aktuellen politischen Geschehnissen.

Die am Freitag bekannt gegebene Ernennung von Maggy Nagel als Premier Conseiller de Gouvernement in das Wirtschaftsministerium sieht der Innenminister nicht unbedingt als großen Aufreger. Er stellte klar, dass es sich nicht um einen Fall von Vetternwirtschaft handele. Es sei nicht zum ersten Mal, dass ein ehemaliges Regierungsmitglied die Beteiligung Luxemburgs an einer Weltausstellung koordiniere.

Ganz besonders gestört habe ihn nebenbei die Art und Weise, wie die Politikerin kritisiert wurde, als sie aus der Regierung zurücktrat. Die Erniedrigungen und Hasskommentare im Internet seien nur schwer erträglich gewesen. Nagel habe lediglich politischem Druck nachgegeben, was an und für sich nichts Verwerfliches sei, so Kersch.

Trennung Kirche-Staat

In Sachen Trennung von Kirche und Staat sei das entsprechende Gesetzesprojekt fertig ausgearbeitet und er werde es in den nächsten Tagen mit Generalvikar Wagener durchdiskutieren. Das Datum des 1.April 2017 zur Umsetzung der Trennung sei von Regierungsseite aus nicht in Frage gestellt. Dabei werde er im weiteren Verlauf  einen "Kulturkampf" tunlichst vermeiden. Als dringend sieht er eine schnelle Regelung der Besitzverhältnisse von Kirchen und sonstigen Sakralbauten des Landes an.

Auf den Protest der Kirchenfabrikenvereinigung angesprochen, meinte Kersch, dass das Syfel ausreichend Gelegenheit gehabt habe, seine Meinung zur Trennung von Kirche und Staat zu äußern, der Verhandlungspartner für ihn bleibe das Bistum. Das Abkommen sei zwischen der Regierung und dem Bistum ausgehandelt worden und deshalb müsse die Vereinigung der Kirchenfabriken dieses wohl oder über akzeptieren. Große Diskussionen mit dem Syfel will er eigenen Aussagen zufolge nicht führen, es sei eine Unterorganisation des Bistums und müsse sich demnach dem Abkommen fügen.

Kersch gab zu, dass die Schaffung eines Fonds für die Besitztümer der Kirche sich schwierig gestalte und eventuell mehr Zeit in Anspruch nehmen werde, als gedacht. Dennoch sei eine klare Regelung der Besitzverhältnisse unabdingbar. 200 Jahre alte Unklarheiten würden damit aus der Welt geschaffen.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Trennung von Kirchen und Staat: Drei Großbaustellen
Vor gut einem Jahr hatten sich Regierung und Glaubensgemeinschaften nach sechsmonatigen Verhandlungen auf ein neues Verhältnis zwischen Staat und Kirchen verständigt. Das blau-rot-grüne Prestigeprojekt nimmt langsam Form an.
Die Umsetzung der Konventionen zur Trennung von Staat und Kirchen schreitet voran.
So nicht, Herr Kersch!
Die Generalversammlung des Syndikats der Kirchenfabriken (Syfel) am 12. Januar in Heffingen ist von der breiten Öffentlichkeit leider kaum wahrgenommen worden. Sie war aber nichtsdestoweniger eine beeindruckende Manifestation von Entschlossenheit, sich in Sachen Reform des Verhältnisses zwischen Kirche und Staat bzw. Gemeinden nicht über den Tisch ziehen zu lassen.
Le Ministre Dan Kersch lors de la presentation de l'avion sanitaire pour des cas de grippes Ebola par le Luxembourg Air Rescue au Findel, Luxembourg, 10 Fevrier 2015. Photo: Chris Karaba