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Bachelor verschiebt das Problem
Politik 24.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Vereinigung der Medizinstudenten

Bachelor verschiebt das Problem

Die Vereinigung der Medizinstudenten hält an der Idee einer kompletten Grundausbildung fest.
Vereinigung der Medizinstudenten

Bachelor verschiebt das Problem

Die Vereinigung der Medizinstudenten hält an der Idee einer kompletten Grundausbildung fest.
Foto: Shutterstock
Politik 24.03.2017 Aus unserem online-Archiv
Vereinigung der Medizinstudenten

Bachelor verschiebt das Problem

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Ab 2020 wird die Uni Luxemburg ein Bachelor in Medizin anbieten. Die Vereinigung der Medizinstudenten ist enttäuscht über die Pläne der Regierung.

(ml) - Bislang konnten die Studenten hierzulande lediglich das erste Jahr ihres Medizinstudiums in Luxemburg absolvieren. Ab dem Jahrgang 2020/2021 wird die Universität Luxemburg den Bachelor in Medizin anbieten. Junge Menschen, die künftig den dreijährigen Zyklus in Luxemburg in Angriff nehmen, müssen dennoch die letzten drei Jahre ihrer Grundausbildung im Ausland machen.

Die Vereinigung der luxemburgischen Medizinstudenten (ALEM) zeigt sich sehr enttäuscht über die Regierungspläne. Das Projekt sei hinter verschlossenen Türen ausgearbeitet worden,  heißt es in einer Pressemitteilung. Mit dem Bachelor-Programm werde das Problem lediglich verschoben, da die jungen Menschen gezwungen seien, sich spätestens nach drei Jahren in einer ausländischen Uni einzuschreiben. Folglich sei man weiterhin auf Abkommen mit Partneruniversitäten angewiesen. Die ALEM fragt sich, wie lange noch Luxemburgs Kooperationspartner die Kosten der hiesigen Medizinstunden tragen werden.

Kein Mehrwert

Das von der Regierung vorgelegte Konzept entspreche nicht im Geringsten den Vorstellungen, unterstreicht die ALEM, die nach wie vor ein komplettes Grundstudium bevorzugt hätte. Die Vereinigung der Medizinstudenten verweist auf eine Umfrage, die bei ihren Mitgliedern durchgeführt wurde. 67 Prozent der Befragten hätten die Idee des gesamten Grundstudiums befürwortet. Nur zwölf Prozent hätten sich für ein Bachelorstudium ausgesprochen.

Der Entwurf der Regierung sieht zudem vor, dass das Medizinstudium um zwei neue Fachspezialisierungen ausgebaut wird. Ab 2018 soll die Uni Ärzte in Onkologie und Neurologie ausbilden. Diese Facharztausbildung sei kein Verdienst des vorgestellten Konzept, da diese bereits seit Jahren in manchen Krankenhäusern angeboten werde beschwert sich die ALEM.


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