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Ausstieg erleichtern, Rahmen schaffen
Politik 06.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Prostitution in Luxemburg

Ausstieg erleichtern, Rahmen schaffen

Die Regierung will den Ausstieg aus der Prostitution erleichtern.
Prostitution in Luxemburg

Ausstieg erleichtern, Rahmen schaffen

Die Regierung will den Ausstieg aus der Prostitution erleichtern.
REUTERS
Politik 06.11.2014 Aus unserem online-Archiv
Prostitution in Luxemburg

Ausstieg erleichtern, Rahmen schaffen

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch erklärte am Donnerstag den zuständigen parlamentarischen Ausschüssen, wie die Regierung das Problem der käuflichen Liebe künftig anpacken will.

(TJ) - Wohl war eine Pressekonferenz zu diesem Thema wegen der "Luxembourg Leaks"-Affäre kurzfristig abgesagt worden, dennoch fand Gesundheitsministerin Lydia Mutsch den Weg vor die zuständigen parlamentarischen Ausschüsse, um den Volksvertretern Aufschluss zu geben, wie die Regierung in dieser Thematik künftig zu handeln gedenkt.

Einerseits will man Programme ins Leben rufen, um den betroffenen Frauen den Ausstieg aus der Prostitution zu erleichtern. So denkt man an eine Langzeitbetreuung und soziale Maßnahmen. Beispielsweise, indem man den Frauen bei der Suche nach einer Wohnung oder einem neuen Beruf unter die Arme greifen will. Dieser so genannten Exit-Strategie wird man ein ganz besonderes Augenmerk widmen. Zudem soll der gesetzliche Rahmen angepasst werden, um den in dieser Branche oftmals üblichen Menschenhandel wirksamer bekämpfen zu können.

Was den gesetzlichen Rahmen anbelangt, so strebt man eine sowohl pragmatische als auch realistische Herangehensweise an. Das schwedische Modell, bei dem der Kunde bestraft wird, ist vom Tisch. Andererseits will man sich auch nicht am deutschen oder niederländischen Modell inspirieren, das die Prostitution als regulären Beruf anerkennt. Wie der Mittelweg aussehen wird, steht noch nicht im Detail fest. In Luxemburg ist die Prostitution als solche nicht verboten. Bestraft und verfolgt werden dagegen Zuhälterei, öffentliches Anbieten und Menschenhandel.

Die Tatsache, dass immer jüngere Frauen in die Prostitution abrutschen, wurde von den Abgeordneten als besorgniserregend hervorgehoben. In einer breiten Debatte sollen alle Aspekte der Prostitution unter die Lupe genommen werden, so die Ministerin weiter.


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