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Außenminister Asselborn auf dem Balkan: Wo die EU noch Hoffnungsträger ist
Politik 2 Min. 29.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Außenminister Asselborn auf dem Balkan: Wo die EU noch Hoffnungsträger ist

Seit Dienstag weilt Außenminister Jean Asselborn in den Balkanländern. Nach einem Abstecher in den Kosovo reiste er am Mittwoch nach Serbien.

Außenminister Asselborn auf dem Balkan: Wo die EU noch Hoffnungsträger ist

Seit Dienstag weilt Außenminister Jean Asselborn in den Balkanländern. Nach einem Abstecher in den Kosovo reiste er am Mittwoch nach Serbien.
Dani Schumacher
Politik 2 Min. 29.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Außenminister Asselborn auf dem Balkan: Wo die EU noch Hoffnungsträger ist

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Während Großbritannien aus der EU austreten will, bemühen sich Serbien und der Kosovo um eine Mitgliedschaft in der Union. Außenminister Asselborn sprach am Dienstag und am Mittwoch mit seinen Amtskollegen aus Pristina und aus Belgrad.

(DS) - Während Großbritannien die EU partout verlassen will und die verbleibenden 27 Mitglieder sich immer öfter und heftiger streiten, hat die Union für die Balkanländer nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Das konnte Außenminister Jean Asselborn am Dienstag und am Mittwoch sowohl in Pristina als auch in Belgrad  erneut feststellen.

Der Diplomatiechef stattete am Dienstag zunächst dem Kosovo einen Besuch ab, am Mittwoch ging es dann weiter nach Serbien. Als dritte Etappe seiner Balkanreise steht  am Donnerstag Montenegro auf dem Programm.

In der kosovarischen Hauptstadt Pristina traf er u. a. seinen Amtskollegen Enver Hoxhaj. Asselborn betonte, dass die EU den Kosovo auf seinem Weg nach Europa weiter unterstützen werde.

Kosovo will Visafreiheit

Da eine Mitgliedschaft aber noch in weiter Ferne liegt, würde man sich in Pristina zunächst darüber freuen, wenn die Kosovaren ohne Visa einreisen könnten. Prinzipiell steht einer Visafreiheit nichts  im Weg. Allerdings müssen die Kosovaren noch einige Bedingungen erfüllen. Asselborn erinnerte daran, dass zunächst die Grenzstreitigkeiten mit Montenegro beigelegt werden müssen und dass das Land noch aktiver gegen die Korruption vorgehen und bei der Verbrechensbekämpfung noch einige Fortschritte machen muss. Die Bürger der anderen Balkanländer können schon seit längerem ohne Visa in die EU einreisen.

Außenminister  Jean Asselborn am Dienstag bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem kosovarischen Amtskollegen Enver Hoxhja.
Außenminister Jean Asselborn am Dienstag bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem kosovarischen Amtskollegen Enver Hoxhja.
Dani Schumacher

Auch Serbien soll weiter auf die Unterstützung der EU zählen können, betonte Jean Asselborn am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem serbischen Amtskollegen Ivica Dacic.

Am gleichen Tag haben Asselborn und der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic ein Abkommen unterzeichnet, mit dem die Zusammenarbeit der Polizei in den beiden Ländern verstärkt werden soll.

Thema Immigration

Bei dem Besuch ging es auch um das Thema Immigration. Weil viele Menschen im Kosovo und in Serbien in ihrer Heimat wegen der weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Lage keine Zukunftschancen mehr sehen, versuchen sie ihr Glück in der Europäischen Union, wo sie um Asyl bitten. 2016  stellten 208 Kosovaren und 153 Serben in Luxemburg einen Antrag auf Asyl, darunter sehr viele so genannte Dubliner, die bereits in einem anderen EU-Land einen Antrag gestellt hatten.

Außenminister Asselborn und der serbische Innenminister Stefanovic unterzeichneten am Mittwoch ein Abkommen, mit dem die Zusammenarbeit der Polizei in den beiden Ländern gestärkt werden soll.
Außenminister Asselborn und der serbische Innenminister Stefanovic unterzeichneten am Mittwoch ein Abkommen, mit dem die Zusammenarbeit der Polizei in den beiden Ländern gestärkt werden soll.
Dani Schumacher

Sie haben allerdings kaum eine Chance, als Flüchtling anerkannt zu werden, weil Luxemburg Serbien wie auch Kosovo als sichere Heimatländer betrachtet. Der serbische und der kosovarische Außenminister zeigten Verständnis für die Sorgen ihres luxemburgischen Amtskollegen und wiesen darauf hin, dass ihre Länder schon sehr viel unternommen haben, um ihre Landsleute von der Reise nach Europa abzuhalten. Mit einigem Erfolg: 2015 hatten noch 17.000 Menschen aus den Balkanländern in der Europäischen Union um Schutz gebeten, zuletzt waren es nur noch 7.000.


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