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Ausländerwahlrecht: Ausländerwahlrecht: Die Luxemburger und ihre „Kleinkariertheit“

Leserbriefe Politik 26.01.2015

Herr Uwe Kensing schreibt, dass, wenn man länger in Luxemburg leben würde, könnte man nicht mehr in seinem Herkunftsland wählen, weil man die Wahlkandidaten nicht mehr kennt. Das stimmt so nicht, man kann sich intensiv im Internet informieren.

Die Frage ist, wenn man in Luxemburg lebt und dort wählen möchte und man ist der luxemburgischen Sprache nicht mächtig, wie verfolgt man die Politik in
Luxemburg? Wie viele Ausländer sehen sich Chamber TV an, und wie viele lesen den „Compte Rendu“ (in luxemburgischer Sprache)?

Eins steht fest: Luxemburg wird in Zukunft weniger als die Hälfte „echte“ Luxemburger haben. Dieses muss nicht negativ sein, aber das Sprachproblem wird bleiben, obwohl viele Luxemburgischkurse angeboten werden. Die Luxemburger möchten ihre Sprache behalten, dieses scheint jedoch unmöglich, weil jeder, der nach Luxemburg kommt, zuerst Französisch lernt, was ja notwendig ist, um sich zu verständigen, bei diversen Firmen oder in Geschäften. Als Alternative könnte man vielleicht das Personal in obligatorische Luxemburgischkurse einschreiben. Falls man in Luxemburg lebt und arbeitet, sollte man den Willen haben, der Sprache mächtig zu sein.

Für die Bemerkung „nationalstaatliche Kleinkariertheit“ möchte ich Herrn Kensing danken. Dieses in ähnlicher Form habe ich schon einmal von einem in Luxemburg wohnenden Ausländer gehört, wobei dieser damals noch bemerkte, das wir Luxemburger immer so an unseren materialistischen Gütern „hängen“. Man könnte sich an einen Tisch setzen und lange erklären, woher dies kommt.

Als hier in Luxemburg der Krieg zu Ende war, hatten viele Leute wenig und durch viel Fleiß hat man heute einiges. Jemand, der immer viel sparen musste, um sich etwas zu kaufen, hängt wahrscheinlich mehr an seinen materialistischen Gütern.

Anne Kremer

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