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Ausländer im Staatsdienst
Politik 16.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Rekrutierungsprobleme bei der fonction publique

Ausländer im Staatsdienst

Die Regierung möchte bei der Rekrutierung von Staatsbediensteten verstärkt auf hier lebende Nicht-Luxemburger zurückgreifen.
Rekrutierungsprobleme bei der fonction publique

Ausländer im Staatsdienst

Die Regierung möchte bei der Rekrutierung von Staatsbediensteten verstärkt auf hier lebende Nicht-Luxemburger zurückgreifen.
Foto: Pierre Matge
Politik 16.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Rekrutierungsprobleme bei der fonction publique

Ausländer im Staatsdienst

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Minister Dan Kersch plant die Rekrutierung von Nicht-Luxemburgern im öffentlichen Dienst, um den Personalmangel zu beheben. Das ist auch im Sinne der CGFP, "déi Konservativ" lehnen das ab.

(mig) - Der öffentliche Dienst hat ein Rekrutierungsproblem. Zum einen mangelt es an geeigneten Profilen (Informatiker, Lehrer...). Zum anderen rasseln enorm viele Kandidaten durch das Staatsexamen.

Beides möchte der zuständige Minister Dan Kersch in Angriff nehmen, mit einer Reform des Staatsexamens und einer stärkeren Rekrutierung von in Luxemburg lebenden Ausländern.

Wie Dan Kersch am Donnerstagmorgen auf RTL erklärte, wolle er das Staatsexamen flexibler gestalten. Zusammen mit der Staatsbeamtengewerkschaft CGFP hat er sich Modelle im Ausland angesehen, wie eine solche Flexibilisierung vonstatten gehen könnte.

Auch inhaltlich soll sich etwas ändern. In den Tests soll vermehrt Wissen abgefragt werden, das in den Verwaltungen von Nutzen ist. Zudem sollen die Kandidaten gezielt auf das Examen vorbereitet werden, so Kersch.

Auf der Suche nach geeigneten Profilen möchte der Minister auch stärker auf Nicht-Luxemburger zurückgreifen, wobei kein Weg an soliden Kenntnissen in den drei Sprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch vorbeiführt. Das machte Kersch unmissverständlich klar.

Anhand von Zahlen machte Kersch klar, warum kein Weg an in Luxemburg ansässigen Ausländern vorbeiführt. "In Luxemburg leben 600.000 Menschen. Wir müssen einen Staatsapparat für rund 900.000 Menschen organisieren und schöpfen aus einem Reservoir von 300.000 Menschen. Diese Rechnung kann nicht aufgehen." 

CGFP und Kersch auf einer Linie

Mit seinen Vorschlägen liegt Kersch ganz auf einer Linie mit der CGFP. Im LW-Interview hatte sich deren Präsident Romain Wolff für eine Aktualisierung der Examensfragen ausgesprochen und sich für die Rekrutierung von Nicht-Luxemburgern ausgesprochen, sofern sie die drei Sprachen beherrschen. Nicht-Luxemburger im Staatsdienst sind im Übrigen bereits heute Realität.

Kritik von "déi Konservativ"

"Déi Konservativ" sehen das ganz anders. In einem Presseschreiben kritisiert die Partei Dan Kersch scharf. Mit dem Vorstoß, den öffentlichen Dienst für Ausländer weiter zu öffnen, rüttele die Regierung an den Grundfesten des Staatsdienstes und treibe die Internationalisierung des Landes weiter voran, "eine Internationalisierung, die 2009 begann, als die Luxemburger Nationalität durch die europäische Identität ersetzt wurde", so die Konservativen.



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