Ausdehnung des kostenlosen Nahverkehrs : Freie Fahrt bis zum 20. Lebensjahr
(ml) - In Luxemburg wird die kostenlose Nutzung des öffentlichen Transports vom 18. auf das 20. Lebensjahr ausgedehnt. Dies haben Nachhaltigkeitsminister François Bausch und der delegierte Hochschul- und Forschungsminister Marc Hansen am Freitag nach einem Treffen mit der "Association des cercles d'étudiants" (ACEL) und der LCGJ, der Jugendorganisation des Christlichen Gewerkschaftsbundes verkündet. Die Neuerung tritt am 1. August in Kraft.
Demnach dürfen ab kommendem Sommer auch die Studenten Bahn und Bus gratis nutzen. Um in den Genuss des Gratis-Angebots zu kommen, müssen sie ab dem 21. Lebensjahr eine personalisierte "mKaart" beantragen. Die Studenten müssen dafür in einem CFL-Schalter ihren Personalausweis und eine Bescheinigung ihrer Universität zeigen. Die Anfrage muss jährlich erneuert werden.
Jumbokarte wird abgeschafft
Bislang waren die Hochschüler auf eine Jumbokarte angewiesen, um Zug und Bus zu einem vorteilhaften Preis nutzen zu können. Die "Jumbokaart", die jährlich 75 Euro gekostet hat, wird bald der Vergangenheit angehören. Die Regierung habe darauf geachtet, dass niemand durch die Abschaffung der Jumbokarte finanziell benachteiligt werde, so Bausch. Bei Erwachsenen, die weniger als 21 Jahre alt sind und nicht mehr zur Schule gehen, reiche ein Personalausweis aus, um die neue "mKaart" ausgehändigt zu bekommen.
Die Ausdehnung der kostenlosen Nutzung des öffentlichen Transports bringt dieses Jahr für den Staat Mindereinnahmen in Höhe von 165.000 Euro mit sich. Ab 2018 sind es jährlich 500.000 Euro.
Bereits seit Oktober vergangenen Jahres dürfen sämtliche Sekundarschüler mit dem "mycard"-Ausweis den öffentlichen Transport umsonst nutzen. Das Angebot richtet sich sowohl an Schüler von privaten als auch an jene von öffentlichen und internationalen Lyzeen. Neu ist, dass die Karte auch während der Ferien benutzt werden darf und der Ausweis nicht nur auf dem direkten Schulweg gültig ist.
Lob von ACEL und LCGJ
Die Studentenvereinigung ACEL hatte damals kein Verständnis dafür, dass Hochschüler, die nicht über ein Einkommen verfügen, von diesem Gratis-Angebot ausgeschlossen blieben. Das Einlenken der Regierung stelle eine "klare finanzielle Entlastung der Studierenden" dar, betont ACEL-Vizepräsident Laurent Heyder. Diegenaue Prozedur für die Beantragung des Fahrausweises werde schnellstmöglich mitgeteilt.
Auch die Jugendorganisation des LCGB ist erfreut über die neue Regelung. Der LCGB-Jeunes hatte im Herbst eine Petition gestartet, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Hochschüler benachteiligt seien. Die Eingabe wurde binnen sechs Wochen von beinahe 7.000 Bürgern unterschrieben. Sie schaffte damit locker das Quorum von 4.500 Unterschriften, das für eine öffentliche Anhörung im Plenum des Abgeordnetenhauses erforderlich ist.
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