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Aus für Glyphosat in Luxemburg besiegelt
Politik 16.01.2020

Aus für Glyphosat in Luxemburg besiegelt

Ab 1. Januar 2021 wird kontrolliert, ob sich die Betriebe an das Glyphosatverbot halten oder nicht.

Aus für Glyphosat in Luxemburg besiegelt

Ab 1. Januar 2021 wird kontrolliert, ob sich die Betriebe an das Glyphosatverbot halten oder nicht.
Foto: Getty Images
Politik 16.01.2020

Aus für Glyphosat in Luxemburg besiegelt

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Luxemburg verbietet als erstes Land in Europa ab dem 1. Januar 2021 den Einsatz und Verkauf des Pflanzenschutzmittels.

Von Klimawandel über den Verlust von Biodiversität bis zur Wasserqualität, es gab in den vergangenen Monaten und Jahren kaum eine Diskussion im Umweltbereich, bei welcher die Landwirtschaft nicht im Fokus gestanden hätte. Oftmals wurde und wird dabei mit dem Finger auf die Bauern als Verursacher der Probleme gezeigt.

Vor diesem Hintergrund verkündete Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) am Donnerstag auf einer Pressekonferenz, dass Luxemburg ab dem 1. Januar 2021 als erstes Land in Europa den Einsatz und Verkauf des Pflanzenschutzmittels Glyphosat verbieten wird. Dies sowohl für Privatpersonen, Unternehmen und eben auch landwirtschaftliche Betriebe. 

592 Betriebe verzichten bereits heute freiwillig

Der Minister hob die konstruktive und offene Zusammenarbeit zwischen Ministerium und Akteuren aus dem Landwirtschaftssektor hervor. Eine Mehrheit der Betriebe, 592 von 1 005, verzichte bereits heute freiwillig auf den Einsatz von Glyphosat. Um sie dazu zu ermutigen, erhalten sie vom Ministerium im Rahmen der Landschaftspflegeprämie finanzielle Zuwendungen. 


Dieses Bürstengerät wurde auf Wunsch der Privatwinzer speziell auf die Bodenverhältnisse an der Luxemburger Mosel angepasst.
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Diese belaufen sich auf 30 Euro pro Hektar für Bauern und 50 Euro pro Hektar für Winzer und 100 Euro für Obstbauern. Der Bereich des Weinanbaus verzichte bereits jetzt komplett auf den Einsatz von Glyphosat.

Suche nach Alternativen

Schneider unterstrich auch, dass intensiv nach Alternativen geforscht werde. Diese bestünden sowohl in mechanischen Lösungen, wie dem verstärkten Einsatz von Pflügen, als auch in veränderten Fruchtfolgen. 

Bisher werden in der luxemburgischen Landwirtschaft in etwa 13,6 Tonnen Glyphosat pro Jahr eingesetzt, was laut Schneider ungefähr dem europäischen Durchschnitt entspreche.


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