Aus dem Parlament: Adem wird personell aufgestockt
(mig) - Vom Arbeitsmarkt gibt es eigentlich gute Neuigkeiten zu melden. Die Luxemburger Wirtschaft entwickelt sich gut. Die Arbeitslosenzahlen sinken, die Kurzarbeit geht zurück und die Beschäftigung nimmt weiter zu.
Laut dem CSV-Abgeordneten Marc Spautz hat sich die Beschäftigung in den vergangenen 20 Jahren quasi verdoppelt. Kopfzerbrechen aber macht ihm die Zunahme der Teilzeitarbeit, besonders der unfreiwilligen, der befristeten Arbeitsverträge und der Leiharbeit. „Auch wenn wir uns in Luxemburg über die Schaffung neuer Arbeitsplätze freuen dürfen, sollten wir die Qualität der Arbeit nicht aus dem Blick verlieren“, so Spautz.
Auch die rückläufigen Arbeitslosenquoten trösten den CSV-Abgeordneten nur bedingt, denn „in absoluten Zahlen sind derzeit 1.000 Personen mehr arbeitslos als vor drei Jahren“, so Spautz. Er warnte vor allzu großer Sorglosigkeit. „Die Lage ist alles andere als rosig“, so der CSV-Abgeordnete.
Im Zusammenhang mit der Jugendgarantie bemängelte Spautz, dass nach wie vor zu viele Jugendliche das Programm frühzeitig abbrechen. Auch forderte er größere Anstrengungen in der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit.
Von Bildungspolitik bis Gemüseanbau
Die Vertreter der Mehrheitsparteien beleuchteten die äußerst komplexe Arbeitsmarktproblematik unter verschiedenen Gesichtspunkten. Der liberale Sprecher André Bauler befasste sich vor allem mit der Bildungspolitik und der Notwendigkeit, die Schüler besser auf das Berufsleben vorzubereiten.
Der grüne Sprecher Gérard Anzia befasste sich mit dem „kranken Wald“ und der Notwendigkeit, die Wälder nachhaltig zu bewirtschaften, mit dem Gemüseanbau, den Bereichen Solidarwirtschaft und Tourismus, „Bereiche mit großem Beschäftigungspotenzial, auch für Niedrig- und Unqualifizierte“.
Kein Patentrezept
Nach zweieinhalb Stunden Diskussion stellte ADR-Sprecher Gast Gibéryen fest, dass niemand ein Patentrezept zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit parat habe. Das Problem lasse sich nur mit einem ganzen Bündel an Maßnahmen und Reformen in den Griff bekommen, wobei sich besonders die anfangs heftig kritisierte Adem-Reform im Nachhinein als äußerst wirksam herausgestellt habe.
In der Debatte beschäftigten sich die Redner auch mit den aktuellen Verhandlungen über ein neues Arbeitszeitgesetz, die sich als äußerst schwierig erweisen, weil die Meinungen von Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern weit auseinander liegen. LSAP-Sprecher Georges Engel meinte, man solle die Arbeitszeitflexibilisierung nicht verteufeln und eine ausgeglichene Lösung anstreben, „die für beide Seiten von Vorteil ist“.
Arbeitsminister Nicolas Schmit freute sich, dass die Arbeitslosigkeit in allen Kategorien zurückgegangen sei. Dennoch müssten weitere Anstrengungen unternommen werden, so der Minister. Um die im Abkommen mit dem Patronat vereinbarten zusätzlichen 5.000 Personen in Arbeit zu bringen, muss die Adem laut Schmit jedes Jahr 11.660 Personen zu einem Job verhelfen. Für 2015 geht der Minister von 12 750 Personen aus.
Ein Betreuer für 60 Arbeitssuchende
Laut Nicolas Schmit arbeiten heute über 400 Personen bei der Adem. In den vergangenen fünf Jahren seien über 100 Mitarbeiter eingestellt worden. Für 2016 seien weitere 21 Neueinstellungen geplant. Die Personalaufstockung trägt Schmit zufolge ihre Früchte. Wurden früher 200 Erwerbslose von einem Mitarbeiter betreut, liegt die Quote heute bei 60 Erwerbslosen, „und die wollen wir noch weiter drücken“, so Arbeitsminister Schmit, der neben einer effizienten Arbeitsagentur auch die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit hervorhob. Das sei aber nicht allein die Aufgabe der Adem, sondern von vielen Akteuren aus der Berufswelt.
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