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Aus dem Ministerrat: Judenverfolgung in Luxemburg: Bericht im Februar
Diese Gedenktafel an der hinteren Front des Bahnhofs Hollerich erinnert an den Opfergang der Verschleppten.

Aus dem Ministerrat: Judenverfolgung in Luxemburg: Bericht im Februar

Foto: Guy Jallay
Diese Gedenktafel an der hinteren Front des Bahnhofs Hollerich erinnert an den Opfergang der Verschleppten.
Politik 28.01.2015

Aus dem Ministerrat: Judenverfolgung in Luxemburg: Bericht im Februar

Welche Rolle spielte die Luxemburger Verwaltungskommission, die Regierungsaufgaben im Zweiten Weltkrieg übernahm, bei der Judenverfolgung? Der Bericht des Historikers Vincent Artuso soll in zwei Wochen vorliegen, kündigt Premierminister Bettel an.

(mig) - In zwei Wochen legt der Historiker Vincent Artuso seinen Bericht über die Tätigkeit der Luxemburger Verwaltungskommission und deren Rolle bei der Enteignung und Verfolgung Luxemburger Juden während des Zweiten Weltkriegs vor. Artuso war 2013 vom damaligen Premierminister Jean-Claude Juncker mit der Ausarbeitung des Berichts beauftragt worden.

Die Verwaltungskommission übernahm nach der Flucht der Großherzogin und der Regierung ins Exil stellvertretend die Aufgaben der Regierung. Historiker gehen davon aus, dass sie kollaborierte. In welcher Form dies geschah, darüber soll der Bericht von Artuso Aufschluss geben.

Jeder wolle zu den Guten gehören, "doch wir waren nicht alle Helden", sagte Premierminister Xavier Bettel am Mittwoch beim Pressebriefing im Anschluss an die Kabinettssitzung. Der Bericht habe weitreichende Konsequenzen. Es gehe um Wiedergutmachung gegenüber der jüdischen Gemeinschaft, so würden sich u.a. eine Reihe von Erbschaftsfragen stellen.

Des Weiteren kündigte der Staatsminister die Schaffung eines Comité des victimes des guerres an, eine Koordinationsstelle für Veranstaltungen im Zusammenhang mit den Kriegsgeschehnissen im 20. Jahrhundert.

Werteunterricht

Auf die Frage, wie es im Zuge der Einführung des Werteunterrichts mit den Religionslehrern im Fondamental weitergehen werde, verwies der Premier auf Bildungsminister Claude Meisch, der im Februar Aus- und Weiterbildungsvorschläge auf den Tisch legen werde. Dann soll es auch Details geben zur Übernahme der Religionslehrer durch den Staat.

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