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Auffrischung für alle ab 18
Politik 3 Min. 19.11.2021
Impfkampagne

Auffrischung für alle ab 18

Premier Bettel und Gesundheitsministerin Lenert nehmen sich vor der Pressekonferenz Zeit für ein kurzes Gespräch, samt Selfie, mit einigen Jugendlichen.
Impfkampagne

Auffrischung für alle ab 18

Premier Bettel und Gesundheitsministerin Lenert nehmen sich vor der Pressekonferenz Zeit für ein kurzes Gespräch, samt Selfie, mit einigen Jugendlichen.
Foto: Guy Jallay
Politik 3 Min. 19.11.2021
Impfkampagne

Auffrischung für alle ab 18

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Die Einladungen für die Booster-Impfung werden ab Montag verschickt. Die Regierung will mit der Auffrischung das Infektionsgeschehen drosseln.

Nachdem der Conseil supérieur des maladies infectieuses (CSMI) bereits am 8. November grünes Licht für eine Booster-Impfung für alle Personen ab 65 Jahre und für Mitarbeiter des Gesundheitssektors gegeben hatte, hat sich die Regierung nun entschieden, die zusätzliche Impfung für alle Menschen ab 18 Jahre freizugeben. Voraussetzung ist, dass die zweite Dosis mit einem mRNA-Impfstoff mindestens sechs Monate zurückliegt, bei einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson&Johnson muss eine Frist von einem Monat eingehalten werden.


28.11.2021, Sachsen-Anhalt, Weißenfels: Ein Schüler bekommt eine Impfspritze in den Arm. Ein Impfteam des Burgenlandkreises bietet in der Aula im Goethegymnasium Corona-Schutzimpfungen an. Das Angebot richtet sich an 12 bis 17-jährige Schüler, deren Eltern sowie Lehrkräfte. Sachsen-Anhalt will die Impfquote unter 12- bis 17-Jährigen durch Impfangebote an Schulen verbessern. Foto: Christian Modla/ZB/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Er wollte das Zertifikat, aber nicht die Spritze: Ein Mann hat bei der Impfung im italienischen Biella einen Silikonarm präsentiert. Mehr im Ticker.

Wie Premier Xavier Bettel (DP) und Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Freitag beim Pressebriefing erklärten, werden die ersten 40.000 persönlichen Einladungen bereits am Montag verschickt. Die Prozedur ist die gleiche wie bei der Erstimpfung. Mit dem Zugangscode, den man per Post erhält, kann man einen Termin in einem der drei Impfzentren (Limpertsberg, Esch-Belval, Ettelbrück) vereinbaren, man kann aber auch unangemeldet dort vorstellig werden, allerdings muss man dann u.U. Wartezeiten in Kauf nehmen. Man kann die Auffrischungsimpfung aber auch vom Hausarzt vornehmen lassen oder zum Impfbus gehen. Der Zugangscode ist übrigens unbegrenzt gültig.

Für Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren ist eine Booster-Impfung derzeit nicht möglich, weil die europäische Medikamentenagentur EMA sie für diese Alterskategorie noch nicht zugelassen hat.

Bettel und Lenert richteten einen dringenden Appell an die Bevölkerung, von dem neuen Angebot Gebrauch zu machen. Der Impfschutz lasse mit der Zeit nach, daher sei eine Auffrischung besonders wichtig, zum eigenen Schutz, aber auch aus Solidarität zu den Mitmenschen und zum Personal in den Krankenhäusern.

Impfquote bei 65 Prozent

Selbstschutz und Solidarität sind genau die Argumente, die ganz generell für die Impfung gelten, so die beiden Regierungsmitglieder mit Nachdruck. Bislang sind in Luxemburg lediglich 65,6 Prozent der Gesamtbevölkerung immunisiert, in der Alterskategorie ab zwölf Jahren sind es 76,6 Prozent. Von den über 60-Jährigen, deren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf deutlich höher liegt, sind immer noch 15 Prozent nicht geimpft.

Gesundheitsministerin Paulette Lenert verweist auf Studien aus Israel, um die Wirksamkeit der Booster-Impfung zu untermauern.
Gesundheitsministerin Paulette Lenert verweist auf Studien aus Israel, um die Wirksamkeit der Booster-Impfung zu untermauern.
Foto: Guy Jallay

Der Erfolg des Boosters hält sich ebenfalls in Grenzen. Abgesehen von den Bewohnern der Alters- und Pflegeheime haben nur 65 Prozent der Personen, die bislang infrage kamen, die Offerte angenommen. Bei der Zusatzimpfung bei einer Erstimpfung mit dem Johnson-Vakzin sind es nur 42 Prozent.

Es bleibt also noch viel Luft nach oben. Deshalb wird die Regierung ab dem 6. Dezember eine „Impfwoche“ organisieren. Die mobilen Impfteams werden dann beispielsweise in den Einkaufszentren oder bei größeren Veranstaltungen Präsenz zeigen. Die Details werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben.

Impfen in der Groussgaass

Wer will, kann sich ab heute auch in dem neuen lokalen Impfzentrum in der Grand-Rue (Nummer 70) in der Hauptstadt unkompliziert impfen lassen, im gleichen Lokal, wo heute schon die zertifizierte Schnelltests durchgeführt werden. Das Zentrum hat täglich zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet, voraussichtlich bis zum 31. Dezember. 

Demnächst soll es auch möglich sein, sich in einer Apotheke impfen zu lassen. Der entsprechende Gesetzentwurf befindet sich auf dem Instanzenweg.

Von den neun Patienten, die auf der Intensivstation liegen, sind die meisten nicht geimpft, erklärte Premier Bettel am Freitag  beim Pressebriefing.
Von den neun Patienten, die auf der Intensivstation liegen, sind die meisten nicht geimpft, erklärte Premier Bettel am Freitag beim Pressebriefing.
Foto: Guy Jallay

Die Regierung hofft, mit all diesen Aktionen, Menschen, die noch zögern, doch noch von der Bedeutung der Immunisierung zu überzeugen und so die Impfquote zu steigern. 

Zusätzlichen Druck auf Ungeimpfte will sie vorerst nicht ausüben, mit Betonung auf vorerst. Sollten die Infektionszahlen wie beispielsweise in Deutschland oder in Österreich weiter steigen, werde man die Maßnahmen verschärfen müssen, warnten die beiden Minister. Das aktuelle Covid-Gesetz läuft am 18. Dezember aus und muss bis dahin überarbeitet werden. Sollte das Infektionsgeschehen dynamischer werden, könnten noch vor diesem Stichdatum Anpassungen vorgenommen werden. Welche Regeln dann gelten könnten, darauf wollte sich gestern weder der Premier noch die Gesundheitsministerin festlegen. Nur so viel: Man wolle nichts ausschließen.


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Wichtigstes Kriterium, ob und wann es zu strengeren Maßnahmen kommt, bleibt die Auslastung der Krankenhäuser: „Stand gestern lagen neun Patienten auf der Intensivstation, die meisten sind nicht geimpft.“

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