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Auf der Suche nach Harmonie
Politik 2 Min. 24.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Landwirtschaft und Naturschutz

Auf der Suche nach Harmonie

Die "assises agricoles" sollen zu einem konfliktfreierem Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz führen.
Landwirtschaft und Naturschutz

Auf der Suche nach Harmonie

Die "assises agricoles" sollen zu einem konfliktfreierem Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz führen.
Lex Kleren
Politik 2 Min. 24.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Landwirtschaft und Naturschutz

Auf der Suche nach Harmonie

Danielle SCHUMACHER
Danielle SCHUMACHER
Am Dienstag fanden die ersten „assises agricoles“ statt. Bei dem Treffen zwischen den Mitgliedern der Agrarverbände und den Vertretern der Regierung ging es um eine Bestandsaufnahme im Konfliktfeld zwischen Landwirtschaft und Natur- und Umweltschutz.

(DS) - Das Verhältnis zwischen Landwirtschaft und Umwelt- und Naturschutz ist alles andere als konfliktfrei. Die Gemengelage ist kompliziert. Um das Miteinander in Zukunft harmonischer zu gestalten, hatte Premierminister Xavier Bettel in seiner Rede zur Lage der Nation die „assises agricoles“ in Aussicht gestellt.

Gestern kamen die Vertreter aus Landwirtschaft, Wein- und Gartenbau nun mit Premier Bettel, Landwirtschaftsminister Etgen, Umweltministerin Dieschbourg und Staatssekretär Gira zu einer ersten Gesprächsrunde zusammen. Die Atmosphäre sei sehr gut gewesen und die Gespräche äußerst konstruktiv, hieß es nach dem fast dreistündigen Treffen übereinstimmend.

Der Schutz der landwirtschaftlichen Flächen

Bei dem Treffen ging es in erster Linie um eine Bestandsaufnahme. Eines der Hauptthemen war der Schutz der landwirtschaftlich genutzten Flächen. Durch die zunehmende Zersiedlung verlieren die Bauern immer mehr Äcker und Weiden.

Hinzu kommen die im Naturschutzgesetz verankerten Kompensierungsmaßnahmen. Wird die Natur bei Bauvorhaben in Mitleidenschaft gezogen, müssen die Schäden an anderer Stelle wieder gut gemacht werden. Und da kaum andere Flächen zur Verfügung stehen, werden für die Kompensierungsmaßnahmen fast ausnahmslos  landwirtschaftliche Flächen herangezogen.

Die Bauern fordern daher einen wirksamen Schutz ihrer Äcker und Weiden, andernfalls wird den Betrieben auf lange Sicht die Existenzgrundlage entzogen.

Zwischen Sicherheit und Flexibilität

Bei der Landwirtschaftskammer ist man sich allerdings bewusst, dass der Schutz der Agrarflächen eine Gratwanderung darstellt: „Einerseits brauchen die Bauern genügend Sicherheit, auf der anderen Seite bedarf es aber auch einer gewissen Flexibilität“, so Pol Gantenbein, Generalsekretär der Chambre de l'agriculture.

Der Schutz der landwirtschaftlichen Flächen soll zumindest teilweise in dem neuen Naturschutzgesetz festgeschrieben werden. Wie genau dies aussehen soll, ist aber noch nicht definitiv geklärt.

Bei dem Treffen wurden aber auch die bestehenden Naturschutzauflagen diskutiert. Es ist vor allem die Häufung der Auflagen, die den Bauern das Leben schwer macht. Schon eine Vereinfachung der Prozeduren könnte Abhilfe schaffen, ohne dass dadurch die Natur in Mitleidenschaft gezogen wird. Durch die Vielzahl an unterschiedlichen Auflagen wird die Betriebsführung nämlich immer komplizierter. Zunehmend problematisch gestaltetet sich auch das Bauen in der Grünzone.

Die Vertreter aus der Landwirtschaft hoffen nun, dass ihren Sorgen in dem neuen Naturschutzgesetz Rechnung getragen wird. Man werde die Einwände sorgfältig prüfen, erklärte Landwirtschaftsminister Etgen im Anschluss an das Treffen.

Eine zweite Gesprächsrunde, bei der dann auch Entscheidungen getroffen werden, soll am 21. Juni stattfinden. Bis dahin wollen die Regierungsmitglieder auch klären, ob und in wie weit der Entwurf des Naturschutzgesetzes noch einmal angepasst wird.

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