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Audiovisuelle Aufsichtsbehörde schaltet sich ein
Politik 24.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Affäre Lunghi/RTL

Audiovisuelle Aufsichtsbehörde schaltet sich ein

Die Aufsichtsbehörde ALIA könnte sich mit der vorsätzlichen Verletzung der Berufsethik bei RTL befassen.
Affäre Lunghi/RTL

Audiovisuelle Aufsichtsbehörde schaltet sich ein

Die Aufsichtsbehörde ALIA könnte sich mit der vorsätzlichen Verletzung der Berufsethik bei RTL befassen.
Foto: Guy Jallay
Politik 24.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Affäre Lunghi/RTL

Audiovisuelle Aufsichtsbehörde schaltet sich ein

Marc THILL
Marc THILL
Nun befasst sich auch die Aufsichtsbehörde der audiovisuellen Medien ALIA mit dem umstrittenen Lunghi-Interview von RTL Télé Lëtzebuerg. Der Zeitpunkt für RTL ist denkbar schlecht.

(MLR) - Die Aufsichtsbehörde der audiovisuellen Medien in Luxemburg, kurz ALIA, hat eine Untersuchung in der Affäre Lunghi/RTL eingeleitet. Sie will ausloten, wie sie auf die Ausstrahlung des umstrittenen Fernseh-Interviews mit Mudam-Direktor Enrico Lunghi in der Sendung "De Nol op de Kapp" bei RTL Télé Lëtzebuerg reagieren soll.

Diese Reportage ist insofern umstritten, als dass die Szene der Aggression, die von RTL in den Vordergrund gestellt wurde, beim Schnitt und bei der Montage manipuliert wurde. Nun stellt sich die Frage, inwiefern RTL Télé Lëtzebuerg die Regeln der Deontologie, die dem Fernsehsender im Konzessionsvertrag mit der Regierung auferlegt sind, missachtet hat. Darüber will sich die unabhängie Aufsichtsbehörde, die vom Vize-Präsident des Bezirksgerichts Luxemburg, Thierry Hoscheit präsidiert wird, ein Bild machen.

Für die ALIA handelt es sich um eine Premiere, da sie normalerweise von Zuhörern und Zuschauern angerufen wird, wenn in Fernseh- und Radioprogrammen, aber auch bei Umfragen und im Kino der Schutz von Minderjährigen und die Menschenwürde missachtet werden.  Anders in der Affäre Lunghi/RTL: Hier hat sich die Aufsichtsbehörde eigenmächtig eingeschaltet, um so ihrer Mission der Überwachung gerecht zu werden.

Der Zeitpunkt dieser Untersuchung fällt für RTL denkbar schlecht, da die Verhandlungen über den Konzessionsvertrag zwischen Regierung und RTL derzeit anlaufen. Der Vertrag sollte 2017 unterzeichnet werden und über den Zeitraum 2020 bis 2030 laufen.

Die ALIA überwacht alle nationalen und internationalen Programme, die von RTL ausgehend von Luxemburg ausgestrahlt werden. Im Februar 2016 waren dies 36 TV- und Radio-Programme. Mehrere europäische Länder, u. a. Belgien, bemängeln, dass sie die RTL-Programme, die bei ihnen ausgestrahlt werden, nicht eigens überwachen können.



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