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Asylpolitik: 1.091 Flüchtlinge beantragten 2014 Asyl
Politik 3 Min. 30.01.2015

Asylpolitik: 1.091 Flüchtlinge beantragten 2014 Asyl

In den nächsten Wochen und Monaten werden zusätzliche 200 bis 300 Plätze für Asylbewerber benötigt, betonte Familienministerin Corinne Cahen.

Asylpolitik: 1.091 Flüchtlinge beantragten 2014 Asyl

In den nächsten Wochen und Monaten werden zusätzliche 200 bis 300 Plätze für Asylbewerber benötigt, betonte Familienministerin Corinne Cahen.
Dani Schumacher
Politik 3 Min. 30.01.2015

Asylpolitik: 1.091 Flüchtlinge beantragten 2014 Asyl

Im vergangenen Jahr ersuchten 1.091 Personen in Luxemburg um Asyl. 145 Anträgen wurde stattgegeben. Kinder, die seit Jahren in Luxemburg leben, sollen in Zukunft von Sonderregelungen profitieren und ein Bleiberecht erhalten.

(DS) – Im vergangenen Jahr baten 1.091 Personen in Luxemburg um Asyl. Damit blieb die Zahl der Asylanträge nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. 2013 registrierte das Außenministerium 1.070 Anträge. Diese Zahlen teilte Außenminister Jean Asselborn am Freitag mit.

Wie in den Vorjahren stammten auch 2014 die meisten Flüchtlinge aus den Balkan-Ländern. 163 Personen kamen aus Bosnien-Herzegowina (14,94 Prozent), 140 aus dem Kosovo (12,83 Prozent), weitere 137 Personen stammten aus Montenegro (12,56 Prozent). 93 Personen aus dem vom Bürgerkrieg zerrütteten Syrien suchten in Luxemburg Schutz. Jeweils 38 Personen kamen aus Eritrea und aus Tunesien.

145 Flüchtlinge wurden anerkannt

Die Chancen, als Flüchtling anerkannt zu werden, stehen allerdings schlecht. 2014 wurden 1.254 Dossiers geschlossen, lediglich 145 Personen wurde das internationale Flüchtlingsstatut zuerkannt. 38 der anerkannten Flüchtlinge stammten aus Syrien, 15 aus dem Irak, und 14 aus Eritrea. Weitere 33 Flüchtlinge erhielten ein Bleiberecht. 161 Personen, die in Luxemburg Schutz suchten, wurden aufgrund der Dublin-Konvention in die Länder überführt, in denen sie zuerst einen Asylantrag gestellt hatten.

Weitere 46 Flüchtlinge aus Syrien

Den 28 syrischen Flüchtlingen, die Luxemburg aufgenommen hatte, war das Flüchtlingsstatut sofort zugesprochen worden. Sie werden also nicht in den Statistiken gelistet. Weitere 46 syrische Flüchtlinge werden im April erwartet. Es handelt sich um neun Familien mit insgesamt 29 Kindern. Was die Flüchtlinge aus Syrien anbelangt, arbeitet das Ministerium eng mit dem UN-Flüchtlingswerk UNHCR zusammen.

Sonderregelung für Kinder

In den vergangenen Wochen hatte das Schicksal von mehreren Kindern, die in ihre Heimat zurückgeschickt worden waren, nachdem sie mehrere Jahre lang in Luxemburg gelebt und auch zur Schule gegangen waren, für Diskussionen gesorgt. Für solche Fälle wird es in Zukunft Sonderregelungen geben. „Kinder, die seit mehr als vier Jahren in Luxemburg leben, dürfen unter bestimmten Bedingungen zusammen mit ihren Familien hier bleiben, auch wenn ihr Asylantrag abgelehnt wurde“, betonte der Außenminister im Rahmen einer Pressekonferenz. Sie werden in Zukunft also nicht mehr in ihre Heimatländer zurückgeschickt, vorausgesetzt die Familien können für sich selbst sorgen.

Der zuständige Minister habe in solchen Fällen einen gewissen Spielraum, so Asselborn. Möglich wird dies, durch eine Änderung am Immigrationsgesetz, die die Regierung demnächst auf den Instanzenweg schicken will.

Für Schlagzeilen hatte zuletzt der Fall der beiden albanischen Schwestern gesorgt. Die beiden Mädchen, elf und 17 Jahre alt, waren am 26. November 2014 zusammen mit ihrer Familie nach Albanien zurückgeschickt worden, nachdem sie nicht als Flüchtlinge anerkannt worden waren. Weil sie sich in Albanien aber nicht zurecht gefunden hatten, waren sie zurück nach Luxemburg gekommen. Außenminister Jean Asselborn hatte nach Gesprächen mit der Schulleitung angeordnet, dass die Kindern ihre Ausbildung in Luxemburg abschließen können.

Weitere Unterkünfte benötigt

Familienministerin Corinne Cahen zeigte sich besorgt über den Mangel an Unterkünften für die Flüchtlinge. "Wie sind nicht gut aufgestellt", so die Ministerin, in deren Zuständigkeit die Unterbringung und die Betreuung der Flüchtlinge fällt. In den kommenden Wochen und Monaten werden zwischen 200 und 300 zusätzliche Plätze benötigt. Cahen richtete daher auch einen Appell an die Kommunen, damit sie Flüchtlinge aufnehmen und je nach Möglichkeit weitere Unterkünfte zur Verfügung stellen.  

Die Ministerin wies auch darauf hin, dass die Betreuung verbessert werden muss, da immer mehr Flüchtlinge mit spezifischen Problemen nach Luxemburg: "Viele Flüchtlinge sind traumatisiert und bedürfen einer intensiveren Betreuung." 


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