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Asselborn zur Flüchtlingsumsiedlung: „Nehmen ja keine Sandsäcke“
Politik 11.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Asselborn zur Flüchtlingsumsiedlung: „Nehmen ja keine Sandsäcke“

Außen- und Immigrationsminister Jean Asselborn.

Asselborn zur Flüchtlingsumsiedlung: „Nehmen ja keine Sandsäcke“

Außen- und Immigrationsminister Jean Asselborn.
Foto: Guy Jallay
Politik 11.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Asselborn zur Flüchtlingsumsiedlung: „Nehmen ja keine Sandsäcke“

Außenminister Jean Asselborn verteidigt, dass Luxemburg und Deutschland nur einige Dutzend Kinder aufnehmen.

(dpa) - Außenminister Jean Asselborn (LSAP) hat verteidigt, dass Deutschland und Luxemburg zunächst nur einige Dutzend Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingslagern in Griechenland aufnehmen. „Ein Außenstehender kann sich nicht vorstellen, wie kompliziert das ist“, sagte Asselborn dem Radiosender „Bayern 2“. In Zeiten der Corona-Krise sei das sehr schwierig. „Wir nehmen ja keine Sandsäcke aus Griechenland. Man braucht Zeit, um das hinzukriegen - vor allem das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen.“ Zugleich appellierte Asselborn an die Solidarität anderer EU-Staaten.


ARCHIV - 27.02.2020, Griechenland, Lesbos: Ein kleines Mädchen steht am Stacheldrahtzaun in einem provisorischen Zeltlager in der Nähe des Camps für Migranten in Moria. Deutschland will in der kommenden Woche 50 unbegleitete Minderjährige aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag (07.04.2020) in Berlin erfuhr, hat die Landesregierung in Hannover zugesagt, dass sie ihre Corona-Quarantäne von zwei Wochen in Niedersachsen verbringen können. Foto: Angelos Tzortzinis/DPA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Athen: Junge Flüchtlinge kommen am 15. April nach Luxemburg
Die zwölf Flüchtlingskinder aus Griechenland sollen am kommenden Mittwoch eingeflogen werden.

Deutschland und Luxemburg hatten jüngst angekündigt, kommende Woche mit der Umsiedlung der ersten Kinder und Jugendlichen zu beginnen. Am Mittwoch sollen 12 Minderjährige nach Luxemburg kommen, 50 weitere Ende der Woche nach Deutschland. Nach der Ankündigung war vielfach kritisiert worden, dass Deutschland nicht mehr Menschen aufnehme. Laut Bundesinnenministerium sollen in nächster Zeit noch weitere rund 300 Minderjährige folgen. Luxemburg hat keine weiteren Zusagen gemacht.

Insgesamt haben sich zehn EU-Staaten bereit erklärt, mindestens 1.600 unbegleitete Minderjährige und andere Migranten aus den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln zu holen. Wegen der Corona-Krise wollen die anderen Länder ihre Zusage jedoch zunächst nicht umsetzen.

Asselborn forderte diese Staaten dazu auf, sich ein Beispiel an Luxemburg und Deutschland zu nehmen. „Am nächsten Mittwoch kommen die Kinder an. Dann wird man sehen, dass es machbar ist.“


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