Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Asselborn ist entsetzt
Politik 1 05.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Hasskommentare im Netz

Asselborn ist entsetzt

Asselborn will rechtsradikale Hassmails nicht länger dulden.
Hasskommentare im Netz

Asselborn ist entsetzt

Asselborn will rechtsradikale Hassmails nicht länger dulden.
Foto: Pierre Matgé
Politik 1 05.11.2016 Aus unserem online-Archiv
Hasskommentare im Netz

Asselborn ist entsetzt

Pol SCHOCK
Pol SCHOCK
Außenminister Jean Asselborn hat im sozialen Netzwerk Facebook Hassmails, die an ihn gerichtet sind, veröffentlicht. Er zeigt sich entsetzt und will den rechtsextremen Ton nicht weiter dulden.

(ps/tom) - Eigentlich wollte er das soziale Netzwerk Facebook nur zur Inszenierung seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Fahrradfahren, nutzen. Doch nun macht er eine Ausnahme. Denn offenbar hat es Jean Asselborn gereicht. Am Samstagmorgen veröffentlichte er mehrere Mails eines verärgerten Bürgers, in denen der Außenminister wüst beschimpft und beleidigt wird.

Darin lässt der Mann seinem Missmut gegenüber dem Politiker freien Lauf. So heißt es an einer Stelle: "Asselborn, haalt einfach ären dommen Back. Är d’Geschwätz ass net méi ze erdroen!" In einer anderen Mail zieht der Autor in aggressivem und  politisch unkorrekten Ton über die gesamte Regierungspolitik her: "Verstinn souwéisou net, dass eis schwul, jüdesch Regierung et zouléisst dass mir därer an eist Land huelen" 

Asselborn begründet die Veröffentlichung dieser Mails, die allesamt von einer Person stammen, damit, dass er rechtsextremen Hasskommentare nicht weiter dulden will.  Auch als Politiker müsse man das Recht haben, sich gelegentlich Luft zu machen, selbst wenn man es gewohnt sei, viel einzustecken.

Foto: Screenshot Facebook/Jean Asselborn

Mit der Veröffentlichung dieser Hassbeiträge hat Asselborn erwartungsgemäß eine heftige Debatte im Netz ausgelöst. Mehrere Hunderte Kommentare finden sich unter dem Beitrag - die große Mehrheit verurteilt den Ton des Autors aufs Schärfste.

Asselborn ist nicht der erste Politiker, der sich mit einem rauen Umgangston im Internet beschäftigen muss - die Attacken gegen Xavier Bettel vor einiger Zeit waren allerdings von anderer Qualität: Ein Facebook-Nutzer hatte Morddrohungen gegen den Premier veröffentlicht. Dafür wurde er im November vergangenen Jahres zu 15 Monaten Haft verurteilt. 

Die deutsche Grünen-Politikerin Renate Künast sorgte in der vergangenen Woche für Schlagzeilen, als sie zusammen mit einem Kamera-Team des Nachrichtenmagazins "Spiegel" Menschen zuhause besuchte, die Künast zuvor im Netz wüst beschimpft hatten.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.


Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Jean Asselborn hat an ihn gerichtete Hassmails auf Facebook veröffentlicht. Das ist ein nachvollziehbarer und vielleicht auch fälliger Schritt. Aber nicht die Lösung des Problems. Eine Analyse.
Jean Asselborn - Photo : Pierre Matgé