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Asselborn: "Grenzschließungen sind keine Lösung"
Politik 30.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Asselborn: "Grenzschließungen sind keine Lösung"

Jean Asselborn

Asselborn: "Grenzschließungen sind keine Lösung"

Jean Asselborn
Foto: Anouk Antony
Politik 30.12.2020 Aus unserem online-Archiv

Asselborn: "Grenzschließungen sind keine Lösung"

Der Außenminister warnt vor Mauern im Kopf: Die Grenzschließungen wegen Corona seien eine "Kurzschlussreaktion" gewesen, die sich nicht wiederholen dürften.

(dpa/lrs) - Außenminister Jean Asselborn hat vor erneuten Grenzschließungen in der Grenzregion von Deutschland, Frankreich und Luxemburg gewarnt. „Die Grenzschließungen in diesem Jahr haben bewirkt, dass die Grenze sich wieder in den Köpfen der Menschen, den Mentalitäten, etabliert hat“, sagte Asselborn der Deutschen Presse-Agentur in Luxemburg. Deutschland hatte Mitte März wegen der Corona-Pandemie Grenzkontrollen vorübergehend wieder eingeführt und Übergänge für Menschen gesperrt, die die Grenze ohne „triftigen Grund“ passieren wollten.

Grenzschließungen sind im Fall einer Pandemie keine Lösung. 

Jean Asselborn

„Nationale Dimensionen, die in den kommenden Jahren wieder mehr Gewicht bekommen könnten, erhöhen auch die Gefahr, dass ein solcher Mentalitätswandel permanent bleibt und das Vertrauen in die europäische Gemeinschaft permanent leidet.“ Asselborn nannte die Grenzschließungen „ganz klar eine Art von Kurzschlussreaktion“. „Grenzschließungen sind im Fall einer Pandemie keine Lösung.“


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Minister für Immigration und Asyl Ministère Foto: Anouk Antony/ Luxemburger Wort
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Gestärkt aus der Krise

Jeden Tag pendeln aus den drei Nachbarstaaten Belgien, Deutschland und Frankreich mehr als 200.000 Arbeitnehmer nach Luxemburg. Die besonderen Bedürfnisse der Grenzregionen seien „zu einer Art Kollateralschaden“ geworden. Die „Grenzdynamiken“ seien oft nur regional und nicht in den Hauptstädten bekannt, sagte Asselborn.

Luxemburg müsse daher „in den verschiedenen Hauptstädten auf seine Grenzdynamiken aufmerksam machen“. Inzwischen sei die Kooperation wieder besser geworden: Er hoffe, dass Europa „im Jahr 2021 und darüber hinaus gestärkt aus dieser Krise hervorkommt.“


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