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Asselborn: "Es sind mutwillig 176 Leben vernichtet worden"
Politik 1 10.01.2020

Asselborn: "Es sind mutwillig 176 Leben vernichtet worden"

Jean Asselborn äußerte sich am Freitag in Brüssel zu dem Flugzeugabsturz im Iran.

Asselborn: "Es sind mutwillig 176 Leben vernichtet worden"

Jean Asselborn äußerte sich am Freitag in Brüssel zu dem Flugzeugabsturz im Iran.
Photo: Pierre Matgé
Politik 1 10.01.2020

Asselborn: "Es sind mutwillig 176 Leben vernichtet worden"

Jean Asselborn sprach vor einem Krisentreffen in Brüssel von einem "Unfall", der zum Raketenabschuss der Passagiermaschine im Iran geführt habe.

(dpa/SC) - Der Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran geht nach Überzeugung des Außenministers Jean Asselborn auf einen versehentlichen Raketenbeschuss zurück. "Es sind mutwillig 176 Leben vernichtet worden", sagte Asselborn vor einem Krisentreffen mit seinen europäischen Amtskollegen am Freitag in Brüssel. Er forderte eine transparente Untersuchung des Vorfalls.

"Diese kriegerische Nervosität muss aufhören." Diese Nervosität habe zu dem "Unfall" des Raketenbeschusses geführt: "Es ist klar, dass es ein Unfall war."


08.01.2020, Iran, Shahedshahr: Retter durchsuchen an der Absturzstelle die Trümmer. Eine ukrainische Passagiermaschine ist in der Nähe des Imam-Chomeini-Flughafens der iranischen Hauptstadt Teheran abgestürzt. Nach Angaben der Hilfsorganisation iranischer Halbmond kamen alle Insassen ums Leben. Foto: Mohammadreza Abbasi/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Video soll Abschuss von Passagiermaschine zeigen
Noch sind die Untersuchungen zum Absturz der ukrainischen Passagiermaschine im Iran nicht abgeschlossen. Da legt sich Teheran zur Ursache fest. USA und Kanada berichten jedoch Gegenteiliges – und auch die Ukraine zweifelt.

Asselborn sagte, es gehe in der Region nun um die Frage, "wie kann man nachhaltig stabilisieren für die Zukunft". Der Konflikt dürfe nicht auf Nachbarländer übergreifen: "Der Irak darf nicht Theater werden von diesen kriegerischen Auseinandersetzungen." Er unterstrich die  Souveränität des Iraks und erklärte, die Ausbildung von Sicherheitskräften im Irak müsse weiterhin gewährleistet werden, um die Stabilität des Landes zu sichern. Kurz nach dem US-Angriff am 3. Januar, bei dem der iranische Top-General Ghassem Soleimani getötet wurde, hatte die Nato mehrere Ausbilder aus dem Irak abgezogen.

Möglicherweise könne die Nato dort eine größere Rolle spielen als bisher. Den Atomvertrag mit dem Iran gelte es zu erhalten: "Zerschlagen wäre die schlechteste Lösung", so Jean Außenminister.

Die EU sieht Asselborn in der Vermittlerpflicht: "Wir sind die, die alle Kanäle offen haben zu Amerika, zum Iran und zum Irak. Das ist ein Vorteil." Er glaube die USA seien auf dem Weg der Deeskalation, aber es bleibe zu sehen, wie man die Situation nachhaltig stabilisieren könne. Dazu müssten alle Parteien an einen Tisch kommen.

Von der Leyen sieht für EU Vermittlerrolle in Konflikten

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat mit Blick auf die Krisen in Nahost und in Libyen die Vermittlerrolle der EU betont. "Letztlich kann man eine solche Spirale der Gewalt nur beenden, wenn Gespräche beginnen", sagte von der Leyen am Freitag in Zagreb.

Dazu brauche es bewährte Gesprächskanäle mit vertrauenswürdigen Partnern. "Die EU hat einen sehr guten Ruf und sehr, sehr viele bewährte und vertrauenswürdige Gesprächskanäle, die während einer Krise und auch jetzt gerade genutzt werden." Diese seien von entscheidender Bedeutung, um neue Beziehungen aufzubauen.

Wie Jean Asselborn hat sich auch die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für eine Vermittlerrolle der EU ausgesprochen.
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Foto: AFP



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