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Arzt belastet HRS: "Klima der Diffamation und Mobbing"
Politik 2 Min. 11.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Arzt belastet HRS: "Klima der Diffamation und Mobbing"

Die Hôpitaux Robert Schuman (HRS) kommen nicht aus den Schlagzeilen.

Arzt belastet HRS: "Klima der Diffamation und Mobbing"

Die Hôpitaux Robert Schuman (HRS) kommen nicht aus den Schlagzeilen.
Foto: Chris Karaba
Politik 2 Min. 11.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Arzt belastet HRS: "Klima der Diffamation und Mobbing"

Annette WELSCH
Annette WELSCH
In einem Brief an das Collège médical werden heftige Vorwürfe gegen Jean-Louis Schiltz und Dr. Georges Baertz erhoben.

Am Mittwoch erhielt das Collège médical Post: Ein bereits sehr lange am Hôpitaux Robert Schuman (HRS) angestellter Arzt schildert dort "zunehmende Zustände von Erpressung und Mobbing“. Nach den umstrittenen vorzeitigen Impfungen im HRS, den Bestellungen von Impfstoff auf eigenen Rechnung und dem medizinischen Zentrum in Junglinster, das am Gesondheetsdësch vorbei in die Wege geleitet wird ist es eine weitere Geschichte, die schlechtes Licht auf das HRS wirft.

Vor allem Verwaltungsratspräsident Jean-Louis Schiltz und der als Nachfolger von Dr. Claude Schummer gehandelte medizinische Direktor Dr. Gregor Baertz werden angeklagt. 


Der Verwaltungsratspräsident der Hôpitaux Robert Schuman, Jean-Louis Schiltz, am Donnerstag bei der Pressekonferenz.
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Dieser bekam laut RTL-Informationen bereits den Interimsposten als Generaldirektor angeboten. Bekanntlich wollen sich die HRS und der bisherige Generaldirektor Dr. Claude Schummer im gegenseitigen Einverständnis trennen. 

Dr. Baertz wurde nach der Fusion der Bohler und der Zitha Klinik mit dem Hôpital Kirchberg und der Escher Ste. Marie zum medizinischen Direktor der HRS ernannt und habe volle Machtbefugnisse seitens des Verwaltungsrats - Schiltz unterstütze ihn zu 100 Prozent. Dr. Baertz entlasse alle Ärzte, die nicht der Vision des Verwaltungsrats entsprächen, heißt es in dem Brief, der auch einige Beispiele anführt.

Schiltz Anwaltskanzlei behandelt alles Juristische der HRS


Lokales, Coronavirus, Covid-19, Hopitaux Robert Schuman, HRS, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Poliklinik für Junglinster: Profit über alles
Während die Politik noch diskutiert, machen Schiltz und Co von den Hôpitaux Robert Schuman im Osten Nägel mit Köpfen.

Der Autor weist auch darauf hin, was ein offenes Geheimnis ist: „Faut aussi savoir que le président du Conseil d'Administration Maître Schiltz dévie toute procédure juridique HRS à son étude Schiltz&associés et constitue pour le Me Schiltz une situation Win Win.“ Auf der einen Seite eliminiere man in einem Klima von Kündigungen ohne Grund Ärzte, die nicht gefallen und auf der anderen Seite mache man einen hübschen Profit an juristischen Prozessen über lange Jahre. 

Dr. Baertz sei  bekannt als „Directeur Hire and Fire“, die Liste der Kündigungen mit brutalen Methoden sei lang, seine Opfer oft schwach und ohne die Mittel, sich gegen eine allmächtige juristische Anwaltskanzlei zu wehren. Wobei Dr. Baertz sich nach eigenen Aussagen der totalen Unterstützung von Schiltz gewiss sei, er könne machen, was er wolle.

Klima des Misstrauens und der Verleumdung

Die HRS hätten die Kanzlei Schiltz auch dafür bezahlt, den Vertrag eines Arztes so umzuändern, dass Teile seines Agréments nicht mehr nur mit triftigem Grund gekündigt werden können, sondern innerhalb von einem Jahr ohne Angabe von Gründen. „Ist das Collége mèdical damit einverstanden?“, fragt der Arzt.

La confiance et collégialité entre confrères a été remplacé par diffamation, dénigrement et calomnie.

„Comme vous vous le doutez bien ceci n'est que la pointe de l'iceberg et que le mobbing et la terreur sont au premier plan pour le personnel des HRS. La confiance et collégialité entre confrères a été remplacé par diffamation, dénigrement et calomnie“, heißt es abschließend. 

Das gefährde die Patientensicherheit, denn Ärzte und paramedinzinisches Personal arbeiteten nicht mehr vertrauensvoll zusammen.

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