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Armut in Luxemburg: "Beschäftigung ist kein Allheilmittel"
Politik 15.02.2020

Armut in Luxemburg: "Beschäftigung ist kein Allheilmittel"

Armut in Luxemburg: "Beschäftigung ist kein Allheilmittel"

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Politik 15.02.2020

Armut in Luxemburg: "Beschäftigung ist kein Allheilmittel"

Vertreter des OGBL, der Chambre de Commerce und der CSV diskutierten am Samstag das Thema Armutsrisiko in Luxemburg. Dabei ging es auch um das Phänomen der Erwerbsarmut.

(SC) - Am Samstag waren bei RTL Vertreter des OGBL, der Chambre de Commerce und CSV geladen, um über das Thema Armutsrisiko in Luxemburg zu reden. Das taten sie dann auch - rund eine Stunde lang debattierten Paul Galles (CSV), Frederic Krier (OGBL) und Marc Wagener (Chambre de Commerce). Sie waren sich vor allem in einem einig: Die Zahl der in Luxemburg von der Armut bedrohten Bevölkerung ist zu hoch. Aktuell liegt sie 18,3 Prozent (Statec, 2018).

Marc Wagener, Chefökonom der Chambre de Commerce, kommentierte, betroffen seien vor allem Alleinerziehende, Großfamilien, Freiberufler und Arbeitgeber in kleinen Betriebe. Man müsste die Diskussion allerdings auch von dem emotionalen Faktor abkoppeln - immerhin gebe Luxemburg deutlich mehr Geld für Sozialausgaben aus, als seine Nachbarländer.

Eine Erhöhung des Mindestlohns sei nicht unbedingt die richtige Antwort. Das erhöhe die Hürden für unqualifizierte Arbeitnehmer und Arbeitssuchende und locke qualifizierte Arbeiter aus der Grenzregion an. Wagener sieht die Lösung des Problems eher in höheren Beschäftigungszahlen. Trotzdem: Auch wenn Arbeit das Armutsrisiko verringert, ein Allheilmittel sei es allemal auch nicht.


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Für den CSV-Abgeordneten Paul Galles ist das Problem längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen: "Wenn man merkt, dass unsere Kinder, unsere Enkelkinder, sich keine Unterkunft in Luxemburg mehr leisten können, dann hat man ein Problem". Er wies außerdem auf das steigende Phänomen der "Working Poor" in Luxemburg hin: Rund 13 Prozent der Menschen in Luxemburg sind trotz Job armutsgefährdet. 

Dem stimmte Frederic Krier (OGBL) zu. Im internationalen Vergleich liege der Prozentsatz der Erwerbsarmut in Luxemburg sehr hoch. Um Geringverdiener zu entlasten, fordert die Gewerkschaft eine Mindestlohnerhöhung um 10 Prozent.


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