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Armut bei Alleinerziehern keine Seltenheit
Politik 2 Min. 22.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Armut bei Alleinerziehern keine Seltenheit

Die Kinder leiden besonders unter der Armut.

Armut bei Alleinerziehern keine Seltenheit

Die Kinder leiden besonders unter der Armut.
Foto: Shutterstock
Politik 2 Min. 22.08.2019 Aus unserem online-Archiv

Armut bei Alleinerziehern keine Seltenheit

Nicolas RUPPERT
Nicolas RUPPERT
Alleinerziehende geben zwischen 42,1 und 58,4 Prozent ihres Bruttogehalts für Wohnkosten aus und das ist nicht das einzige Problem.

Laut einer Studie der Arbeitnehmerkammer sind 46,2 Prozent der Alleinstehenden mit Kindern von Armutsrisiko betroffen und das sogar nach Zahlung von Sozialleistungen. Nachdem in den Jahren 2008 bis 2015 der Durchschnitt bei elf Prozent lag, ist 2016 der Teil der Alleinerzieher, die von extremem Armutsrisiko betroffen sind, auf 23,3 Prozent gestiegen. Im Folgejahr sank die Quote zwar um 1,6 Prozent, dies ändert jedoch nur wenig an dem immer noch auffällig hohen Wert und dem rasanten Anstieg nach 2015.

Paul Galles (CSV) wollte, mit den Fakten als Ausgangspunkt, wissen, ob die Regierung sich diesen starken Anstieg erklären könne und ob in dem Kontext nach Ursachen geforscht wird. Zudem wolle er wissen, ob die angesprochenen Fakten nicht Grund genug seien, gezielte Maßnahmen zu ergreifen um dem Phänomen etwas entgegen zu setzen.

Corinne Cahen (DP), die als Familienministerin zuständig ist, beantwortet die Fragen nicht vollständig, auf die erste Frage, ob es in der Regierung eine Erklärung für die Verschlechterung der Werte gäbe, geht sie überhaupt nicht ein.

Die Ministerin verweist darauf, dass bei den angeführten Studien nur die monetäre Dimension beleuchtet wird, andere Aspekte von Armut jedoch nicht berücksichtigt werden. Daher müsse man anders an die Definition von Armut heran gehen und zusätzliche Kriterien, die Armut ausmachen, mit einbeziehen.

Corinne Cahen betont, dass die Zahlen nicht auf dem neuesten Stand sind und deswegen auch nicht die positiven Auswirkungen durch den REVIS widerspiegeln. Das gleiche gilt laut der Ministerin für die positiven Auswirkungen der gratis Schulbücher, der gratis Kinderbetreuung, der Mietzuschüsse, der Steuererleichterungen, der Änderungen am Elternurlaub und der Teuerungszulage. Berücksichtigt man bei der Berechnung des Armutsrisikos, die Effekte der genannten Maßnahmen, so liegen laut der Ministerin die Alleinerziehenden über der Armutsgefährdungsschwelle.

Geringe Einkünfte, hohe Ausgaben


Überlegungen zu den Steuerklassen und der individuellen Besteuerung
Es gibt Fälle, wo es Alleinerzieher in der dreijährigen Übergangsphase vorziehen würden, in Klasse 1a mit Zuerkennung des Steuerkredits für Alleinerzieher eingeteilt zu werden, anstatt in Klasse 2 zu bleiben.

Arbeitslosigkeit spielt nur in wenigen Fällen eine Rolle, etwa 90 Prozent der Alleinstehenden mit Kindern haben eine Arbeit. Das Problem liegt meist bei der schlechten Bezahlung und der Tatsache, dass Alleinerzieher meist nur Teilzeitjobs in Anspruch nehmen können. Alleinerziehende (24 Prozent) haben doppelt so oft Teilzeitjobs wie der Rest der Bevölkerung (12 Prozent).

Ein weiterer Grund für das hohe Armutsrisiko vieler Alleinerziehender sind die hohen Wohnkosten. In der Realität sieht das dann so aus, dass Alleinerziehende zwischen 42,1 Prozent und 58,4 Prozent ihres Bruttogehalts, das ihnen ja nicht einmal komplett zur Verfügung steht, für Wohnkosten ausgeben.




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