Armee: Neue Regelung bei Arbeitszeiten
Armee: Neue Regelung bei Arbeitszeiten
„Die Armee ist nicht mit anderen öffentlichen Verwaltungen zu vergleichen“, so rechtfertigte Verteidigungsminister François Bausch (Déi Gréng) die Vereinbarung über die Arbeitszeiten der Armeeangestellten. Da diese eine essenziell wichtige Arbeit für die Sicherheit des Landes leisteten, seien ungewöhnliche Arbeitszeiten eben manchmal notwendig.
Künftig beträgt die Referenzzeit für die Berechnung der maximalen Arbeitszeit pro Woche vier Monate. Im Fall von Auslandseinsätzen kann die Referenzzeit auf zwölf Monate ausgedehnt werden. Die maximale Arbeitszeit pro Tag beträgt inklusive Überstunden zehn Stunden, kann in Ausnahmefällen aber auch auf zwölf verlängert werden.
Überstunden werden am Ende ausgezahlt
Christian Schleck, Präsident des Syndicat Professionnel de l'Armée Luxembourgeoise (SPAL) bezeichnete die Vereinbarung als Schritt in die richtige Richtung. Dass nun alle Soldaten unter diese Regelung fallen, könne der künftigen Rekrutierung einen gewaltigen Schub geben.
David Lesch, Präsident der Offiziersgewerkschaft (APOL) zeigte sich erfreut, dass mit dieser Vereinbarung eine EU-Direktive aus dem Jahr 2003 jetzt besser umgesetzt werde. Er schränkte allerdings ein, dass man die Umsetzbarkeit im Auge behalten werde.
Da es sich bei den Soldaten um Freiwillige mit zeitlich begrenzten Arbeitsverträgen handelt, können diese sich am Ende ihrer Dienstzeit ihre Überstunden ausbezahlen lassen. Jene Soldaten, die eine berufliche Karriere in der Armee einschlagen möchten, können frei wählen, ob sie sich die Überstunden ausbezahlen lassen oder sie als solche für die Zukunft übernehmen möchten.
21 Bewerber für acht Posten
Bausch betonte, dass die immer höhere Einwohnerzahl und zusätzliche internationale Verpflichtungen die Armee vor große Herausforderungen stellten. Deswegen wolle man im Zeitraum zwischen 2020 und 2023, neben der normalen Rekrutierung, 180 zusätzliche Personen anwerben. Dies entspreche jährlich 30 Militärs und 15 zivilen Angestellten.
Auf die Frage wie die Rekrutierung in diesem Jahr verlaufe, erklärte Generalstabschef Alain Duschène, dass sich bislang 21 Kandidaten für die Offiziersausbildung beworben hätten. Dies sei eine ordentliche Zahl, vor allem angesichts der Tatsache, dass es nur acht Plätze auf der Militärakademie gebe.

