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Arbeitsmarkt: Corona-Flaute
Politik 2 Min. 20.05.2020

Arbeitsmarkt: Corona-Flaute

Laut ADEM waren zum 30. April dieses Jahres 20.253 Personen in Luxemburg arbeitslos, was 6,9 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stellt das einen Anstieg von 31,1 Prozent dar.

Arbeitsmarkt: Corona-Flaute

Laut ADEM waren zum 30. April dieses Jahres 20.253 Personen in Luxemburg arbeitslos, was 6,9 Prozent entspricht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stellt das einen Anstieg von 31,1 Prozent dar.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 20.05.2020

Arbeitsmarkt: Corona-Flaute

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Auf Anfrage der CSV-Fraktion wurde im Parlament über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeitslosigkeit in Luxemburg debattiert.

„Ohne Arbeit, keine Existenz“, so Marc Spautz (CSV) zu Beginn seiner Intervention während einer Aktualitätsstunde zur Erhöhung der Arbeitslosigkeit im Großherzogtum infolge des wirtschaftlichen Abschwungs durch das Corona-Virus. Das Parlament beschäftigte sich am Mittwoch auf Antrag der Christsozialen Fraktion mit dieser Thematik. 

Spautz unterstrich, dass der Lockdown die richtige Antwort auf die sanitäre Krise gewesen sei, bedauerte aber gleichzeitig, dass viele Unternehmen nun deshalb Probleme hätten und auch nicht immer die ihnen zustehenden finanziellen Hilfen bekommen hätten. Es sei wichtig, künftig vermehrt in Weiterbildung zu investieren und Beschäftigungsprogramme aufzulegen. Spautz wehrte sich zudem gegen die oft geäußerte Darstellung, dass die Grenzgänger Schuld an der Arbeitslosigkeit in Luxemburg seien. Er sprach sich auch für das Beibehalten der strukturellen Kurzarbeit aus. 

Mehr Platz für Terrassen schaffen 

Carole Hartmann (DP) wies darauf hin, dass die Arbeitslosigkeit von 7,2 Prozent im Mai 2014 auf 5,5 Prozent im Januar 2020 gesunken sei, wobei es sich unter anderem um ein Verdienst der DP-geführten Regierung handele. Diese habe nämlich in Zukunftssektoren wie Logistik, Finanztechnologie und Spacemining investiert.  

„Die Pandemie wird ein Damoklesschwert bleiben, vor allem mit Hinblick auf eine mögliche zweite Welle“, so Claude Haagen (LSAP). Er zeigte sich erfreut, dass Wirtschaft und Gesundheitsschutz nicht gegeneinander ausgespielt wurden. Aus einer sanitären und wirtschaftlichen dürfe keine soziale Krise werden. 

Von Carlo Back (Déi Gréng) war es der Appell an die Gemeinden, es Horesca-Betrieben mehr Platz für Terrassen zur Verfügung zu stellen, um mehr potenzielle Kunden anzuziehen. „Auch wenn das heißt, dass Parkplätze verschwinden.“ 

Ideal der Vollbeschäftigung nicht mehr zeitgemäß  

Für die ADR bedauerte Jeff Engelen, dass „viele Selbstständige durch das Raster gefallen sind“. Er kritisierte, dass große Einkaufszentren ihre Türen bereits vor dem Einzelhandel wieder für die Kunden öffnen durften und forderte die Regierung zu einer pragmatischeren Herangehensweise auf. 

Sven Clement (Piraten) bezeichnete das Ideal der Vollbeschäftigung als nicht mehr zeitgemäß. Man müsse sich über andere Arbeitsmodelle Gedanken machen, da eine Vollbeschäftigung nie erreicht werden könne. Außerdem würden in der Zukunft viele Arbeitsstellen der Automatisierung zum Opfer fallen. 

725 Millionen Euro für Kurzarbeit 

„Selten war sich das Parlament bei einem so sensiblen Thema so einig“, meinte Arbeitsminister Dan Kersch (LSAP). Man müsse zusammen nach Wegen aus der Krise suchen. Wie alle Redner unterstrich er die Bedeutung der Kurzarbeit und belegte diese auch mit Zahlen: 725 Millionen Euro wurden an Unternehmen ausgezahlt, über 325 000 Löhne damit bezahlt. Die Kurzarbeit solle auch über das Ende des Ausnahmezustands hinaus verlängert werden. 


Politik, Pressekonferenz Dan Kersch, Romain Schneider, Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
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Vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen verteidigte Kersch die Wachstumspolitik der Vergangenheit. Als Problem bezeichnete er die immer höhere Zahl von zeitlich befristeten Arbeitsverträgen, da diese zu prekären Arbeitsverhältnissen führten. Als mögliches Mittel gegen die Arbeitslosigkeit nannte er neue Beschäftigungsinitiativen.

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