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Appell von Lenert: "Lassen Sie Vorsicht walten"
Politik 2 Min. 21.10.2020

Appell von Lenert: "Lassen Sie Vorsicht walten"

Paulette Lenert sieht angesichts der beruhigenden Lage in den Spitälern keinen Grund, die Handbremse zu ziehen.

Appell von Lenert: "Lassen Sie Vorsicht walten"

Paulette Lenert sieht angesichts der beruhigenden Lage in den Spitälern keinen Grund, die Handbremse zu ziehen.
Foto: Gerry Huberty
Politik 2 Min. 21.10.2020

Appell von Lenert: "Lassen Sie Vorsicht walten"

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Die Neuinfektionen steigen alarmierend an, noch will die Regierung aber nicht repressiv reagieren.

Von einer alarmierenden Woche sprach Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) am Mittwoch, als sie die Zahlen der Woche vom 12. bis 18. Oktober vorstellte: 1.280 Neuinfektionen - das sind 50 Prozent mehr als in der Vorwoche (805 Fälle). 609 positive Tests wurden über ärztlich verschriebene Tests gefunden, 182 über das Large Scale Testing. Maßnahmen sind aber vorerst keine geplant. 

„Es ist nicht überraschend, weil die Zahlen überall im Ausland steigen“, sagte Lenert, die auch bei den Infektionsursachen nichts Neues vermelden konnte. 31 Prozent geschehen im Familienkreis, mit 43 Prozent liegen aber die Fälle, wo die Ansteckung nicht zuordenbar ist an der Spitze - da gab es im Ansteckungszeitraum schlicht zu viele Kontakte.  

Virus überall präsent

„Auch die Proben der Kläranlagen zeigen, dass die Infektionen über das ganze Land verteilt sind und sich keine Cluster oder Infektionsketten zeigen. Es wäre einfacher für uns, wenn man einen klaren Ansatzpunkt hätte.“ Lenert appellierte daran, Vorsicht walten zu lassen. „Das Virus ist ganz präsent, das Ansteckungsrisiko ist überall hoch.“


Keine Verschärfung der Corona-Regeln
Obwohl die Zahl der Neuinfektionen zuletzt dramatisch gestiegen war, will die Regierung vorerst auf strengere Maßnahmen verzichten.

Relativ gesehen bleibt die Infektionsrate mit 2,69 recht niedrig. 2,02 waren es in der Vorwoche. Dass die Regierung nicht mit repressiven Maßnahmen reagiert liegt auch daran, dass die anderen Indikatoren stabil geblieben sind. „Heute gab es 416 Neuinfektionen, das ist ganz viel. Wir schauen aber nicht nur die Zahlen, sondern gehen nuanciert vor“, erklärte Lenert. 

Spitäler nicht überlastet

„Die Spitäler sind nicht überlastet und bieten noch jedem, der es braucht, einen guten Service. Das Durchschnittsalter der Infizierten ist leicht auf 38,8 Jahre gestiegen, aber noch niedrig. Wir haben vor allem die Zahlen bei den über 65-Jährigen im Blick, die besonders von Komplikationen bedroht sind im Erkrankungsfall und die steigen nicht in dem Maß.“ 

Die Zahlen müssen ernst genommen werden.

61 Personen waren am Mittwoch hospitalisiert und sechs lagen auf der Intensivstation. „Wir haben noch keinen großen Sprung gemacht, nicht wie in Holland und Belgien. Ich betone noch, denn das kann sich schnell ändern. Die Zahlen müssen ernst genommen werden“, so eine besorgte Ministerin. „Wir müssen jetzt alle einen Effort machen.“ 

Verhaltensregel: Bleiben Sie zu Hause

Man habe die Situation im Griff, weil viel getestet wird und weil die Quarantäne eingehalten wird. „37 Prozent der Neuinfizierten waren schon aufgrund des Kontakt-Tracings in Isolation gesetzt. Sie konnten das Virus schon nicht mehr weitergeben“, meldete Lenert. „Wir wollen nicht blind handeln und die Handbremse ziehen.“  

Als Verhaltensmaßnahmen legt sie den Bürgern ans Herz, zu Hause zu bleiben, jeden Kontakt mit anderen Personen zu überdenken und zu hinterfragen, ob er auch wirklich nötig ist und wenn die Distanz nicht eingehalten werden kann, eine Maske zu tragen. 

Warten Sie nicht auf den Anruf, begeben Sie sich selber in Quarantäne.

„Werden Sie positiv getestet, warten Sie nicht auf den Anruf der Gesundheitsdirektion, sondern begeben Sie sich selber in Quarantäne und informieren Sie alle Personen, mit denen Sie Kontakt hatten. Das erleichtert uns die Arbeit. Ich zähle auf jeden, dabei mitzumachen - für sich und für uns alle.“ Besonders an die älteren Personen erging die Mahnung: „Passen Sie auf sich auf.“ 

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