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André Roeltgen kandidiert nicht mehr als OGBL-Präsident
Politik 3 Min. 02.04.2019

André Roeltgen kandidiert nicht mehr als OGBL-Präsident

André Roeltgen und Nora Back.

André Roeltgen kandidiert nicht mehr als OGBL-Präsident

André Roeltgen und Nora Back.
Bild: Guy Jallay
Politik 3 Min. 02.04.2019

André Roeltgen kandidiert nicht mehr als OGBL-Präsident

Der OGBL-Präsident strebt nach der Schlappe bei den Sozialwahlen keine zweite Amtszeit an. Das gab der 59-Jährige am Dienstag bekannt, nachdem das OGBL-Nationalkomitee sich mit der Analyse der Wahlen befasst hatte.

(jt/wel) - Der Wechsel an der Spitze des OGBL vollzieht sich nun schneller als gedacht: Als Reaktion auf die Sozialwahlen wird André Roeltgen im Herbst nicht für eine weitere Amtszeit als Präsident kandidieren. Das gab der 59-Jährige am Dienstag bekannt, nachdem das OGBL-Nationalkomitee sich vor allem mit der Analyse der Sozialwahlen befasst hatte. 

Nora Back, die im Juli vergangenen Jahres  zur Generalsekretärin gewählt und damit zur potenziellen Nachfolgerin Roeltgens bestimmt wurde, bewirbt sich nun sowohl um die Präsidentschaft der Arbeitnehmerkammer CSL als auch um den Spitzenposten beim OGBL im Herbst. "Ich wäre gerne Mitglied  der Arbeitnehmerkammer geblieben. Als Nichtgewählter wird mir nun eine Arbeit weggenommen, das ist vielleicht auch ganz gut", sagte Roeltgen, der seit Ende 2014 an der Spitze des OGBL steht.


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Roeltgen hatte bei der Wahl am 12. März den Einzug in die Arbeitnehmerkammer verpasst. Der OGBL-Präsident belegte im Dienstleistungsbereich lediglich den elften Rang von neun Plätzen auf der Gruppe 5-Liste seiner Gewerkschaft und wurde so zweites Ersatzmitglied. 2013 belegte er den neunten Platz. Nora Back schnitt dagegen als Erstgewählte der OGBL-Liste für die Gruppe 5  ab - genau wie LCGB-Präsident Patrick Dury und CSL-Präsident Jean-Claude Reding auf ihren jeweiligen Listen. 

Noch vergangenen Sommer hatte Roeltgen angekündigt, beim nächsten Gewerkschaftskongress im Dezember 2019 für ein zweites Mandat zu kandidieren. "Das heißt aber nicht, dass ich es notgedrungen auch fertigmache", meinte er damals. Nach dem Verlust von drei Mandaten für den OGBL bei der jüngsten Sozialwahl tritt der Präsident nun früher als erwartet den Rückzug an.

CSL-Wahlen: "Wir sind der ganz große Gewinner"

Roeltgen bemühte sich am Dienstag, eine ausgesprochen positive Bilanz der Sozialwahlen zu ziehen und nicht zuletzt auch seines Erbes. "Wir sind der ganz große Gewinner", betonte er mehrmals. So sei die Zahl der direkt gewählten  OGBL-Delegierten von 1.920 auf 1.972 gestiegen - "ein historisches Rekordresultat", so der Gewerkschaftspräsident. Bei den  Ersatzdelegierten sei es eine Steigerung von 1.630 auf 1.800.  Er zeigte sich auch "ganz froh" darüber, dass sich die Erfolgsaussichten eines OGBL-Kandidaten von 71,27 Prozent im Jahr 2013 auf 73,66 Prozent erhöht haben. 

"Wir haben unsere ganz starke Mehrheit ausgebaut", resümierte er die Delegiertenwahlen. "Wir sind der ganz große Gewinner", kommentierte er auch die Wahl zur CSL, "Wir haben mit Erfolg die absolute Mehrheit verteidigt und haben trotz Verlusten Konstanz."  Dass der OGBL von 38 auf 35 Sitze in der CSL absackte, erklärte Roeltgen mit Restsitzen. "Wir haben vielleicht Sitze verloren, aber 1,98 Prozent mehr Stimmen als 2013", rechnete er vor. "Damit dürfte klar sein, wer der Gewinner ist trotz Schwankungen in einzelnen Gruppen." 

Gruppe 5: "Ganz, ganz, ganz knapp einen Sitz verloren" 

Roeltgen ging auch speziell auf die Wahl in der Gruppe 5 ein, in der er angetreten war. "Wir haben ganz, ganz, ganz knapp einen Sitz verloren, gleichzeitig an Prozenten zugelegt." 92,4 Prozent der Stimmen waren dort Listenstimmen, das heißt dass die komplette OGBL-Liste angekreuzt wurde und jeder Kandidat eine Stimme bekam. Als  "phantastisches Resultat" bezeichnete Roeltgen das und verwies auch darauf, dass er bei den nominativen Stimmen mit 28.998 nur knapp 1.200 Stimmen hinter Nora Back lag. "Es ist so wie es ist", schloss er und wünschte sich, dass es nun keine weiteren Diskussionen mehr gebe, sondern alles normal weiter funktioniere.  


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7.11. IPO / Chambre des Salaries / Arbeitnehmerkammer / foto: Guy Jallay
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