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An der Uni Luxemburg: Regierung bevorzugt Bachelor in Medizin
Politik 2 Min. 23.03.2017 Aus unserem online-Archiv

An der Uni Luxemburg: Regierung bevorzugt Bachelor in Medizin

Ab 2020 sollen Studenten ein dreijähriges Medizinstudium an der Uni Luxemburg belegen können. Nach dem Bachelor muss die Grundausbildung im Ausland fortgesetzt werden.

An der Uni Luxemburg: Regierung bevorzugt Bachelor in Medizin

Ab 2020 sollen Studenten ein dreijähriges Medizinstudium an der Uni Luxemburg belegen können. Nach dem Bachelor muss die Grundausbildung im Ausland fortgesetzt werden.
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Politik 2 Min. 23.03.2017 Aus unserem online-Archiv

An der Uni Luxemburg: Regierung bevorzugt Bachelor in Medizin

Bérengère BEFFORT
Bérengère BEFFORT
Die Regierung sieht von den ehrgeizigen Plänen ab: Eine komplette Medizinausbildung bleibt Zukunftsmusik. Junge Leute werden fürs erste einen Bachelor in Medizin an der Uni Luxemburg absolvieren können.

(BB) - Die Entscheidung ist gefallen. Das Projekt Medical School wird ad acta gelegt. Ab 2020 wird zwar an der Uni Luxemburg ein erweitertes Medizinstudium angeboten - allerdings in Form eines Bachelors. Junge Leute werden also die drei ersten Medizinjahre in Luxemburg absolvieren können. Eine komplette Grundausbildung von sechs Jahren soll vorerst nicht stattfinden.

"Wir wollen in Etappen vorgehen. Es ist eine Lösung 'à la luxembourgeoise'", sagte Marc Hansen, beigeordneter Minister für Hochschule, am Donnerstag. Soll heißen: Die ehrgeizigen Pläne für eine medizinische Grundausbildung sind noch Zukunftsmusik. Zunächst wird das Angebot der Uni vom ersten Medizinjahr auf einen dreijährigen Studiengang ausgeweitet.

Dass Luxemburg ein komplettes Curriculum in Eigenregie anbieten könnte, war schon vor ein paar Monaten relativiert worden. Zuletzt ging es noch darum, ob die Uni Luxemburg ihr bestehendes Angebot überhaupt erweitert, und wen ja, dann mit welcher Partneruniversität. Von Eigenregie war längst nicht mehr die Rede.

Gegen Engpässe nach dem ersten Studienjahr

Die Entscheidung der Regierung soll an sich Lösungen zu aktuellen Engpässen bieten. Junge Leute haben nach dem ersten Medizinjahr in Luxemburg oft Schwierigkeiten einen Studienplatz im Ausland zu ergattern. Die Plätze sind hart umkämpft. Bisherige Abmachungen zwischen Luxemburg und seinen Nachbarländern über reservierte Plätze sind angesichts europäischer Bestimmungen schwer aufrechtzuerhalten.

Mit einem Bachelor würde der Wechsel also erst später erfolgen. Die Regierung geht davon aus, dass der neue Studiengang mit einer Partneruniversität abgestimmt wird. Wäre z. B. die Uni Straßburg im Projekt eingebunden (und diese wird als möglicher Partner öfters genannt), so würden die Studenten nach dem dritten Jahr ihre Grundausbildung im Elsass fortsetzen.

Welche Garantien nach dem Bachelor-Abschluss?

Die Vereinigung der Medizinstudenten hatte bisher allerdings Bedenken an einem Bachelor angemeldet. Die Alem warnte: Mit einem Bachelor-Studium bleibe man vom Ausland abhängig. Das bisherige Problem sei nur um zwei Jahre verlagert.

Ähnliche Kritik äußerte am Donnerstag die CSV-Abgeordnete Martine Hansen. "Die Garantie, damit man das Studium nach dem dritten Jahr an einer Partneruni fortsetzen kann, ist ausschlaggebend für alles Weitere. Leider haben wir im parlamentarischen Ausschuss keine weiteren Details von der Regierung erhalten", bemängelte die CSV-Sprecherin für Hochschule.

Wie die Übergänge vonstatten gehen sollen, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch unklar. Die Regierung wollte fürs erste klarstellen, dass man das Modell des Bachelor-Studiums zurückbehalte und somit den Weg für einen Vierjahresplan mit der Uni Luxemburg ebnen. Denn letztlich sind die budgetären Mittel fürs weitere pädagogische Konzept bestimmend. Marc Hansen stellte zusätzliche 7,5 Millionen Euro ab 2020 für die Uni Luxemburg in Aussicht.


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