Wählen Sie Ihre Nachrichten​

AMMD spricht sich für Impfpflicht aus
Politik 2 Min. 06.01.2022 Aus unserem online-Archiv
Covid-19

AMMD spricht sich für Impfpflicht aus

Nach der Copas spricht sich auch die AMMD für eine generelle Covid-Impfpflicht aus.
Covid-19

AMMD spricht sich für Impfpflicht aus

Nach der Copas spricht sich auch die AMMD für eine generelle Covid-Impfpflicht aus.
Symbolbild: dpa
Politik 2 Min. 06.01.2022 Aus unserem online-Archiv
Covid-19

AMMD spricht sich für Impfpflicht aus

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Die Ärztevereinigung befürwortet eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene.

In einem Schreiben spricht sich die Association des médecins et médecins-dentistes (AMMD) für eine allgemeine Impfpflicht für erwachsene Personen aus. Allerdings sollte diese regelmäßig auf wissenschaftlicher Basis analysiert  werden und auch an die Entwicklung der Pandemie angepasst werden. Die Argumente sind vielfältig.

Vielfältige Argumente

Die Aufrufe zum Impfen auf freiwilliger Basis hätten bislang nicht den gewünschten Effekt gehabt und nach wie vor sei die Impfquote zu niedrig, was den Medizinern Sorgen bereitet, heißt es in dem Schreiben weiter. Zudem wolle man keine Stigmatisierung einzelner Berufsgruppen, so wie dies etwa bei einer sektoriellen Impfpflicht für das Gesundheits- und Pflegepersonal der Fall wäre.

Auch wenn neue Behandlungen vielversprechend seien und die Hoffnung bestehe, dass weniger pathogene Varianten wie Omikron die virulenten Varianten verdrängen, sei es zum aktuellen Zeitpunkt verfrüht, sich auf solche Hypothesen zu verlassen. Zudem stuft die AMMD das Luxemburger Gesundheitssystem wegen seiner beschränkten sanitären Mittel im Ganzen als „vulnerabel“ ein. 

Die Impfungen würden im Allgemeinen gut vertragen und das Vakzin sei zum jetzigen Zeitpunkt das einzig probate Mittel, wenn man die Bevölkerung vor schweren Krankheitsverläufen schützen wolle.

Besonders ältere Menschen seien gefährdet, so die AMMD. Kinder und Jugendliche wiederum litten unter den Einschränkungen und in ihrer Entwicklung gestört seien.

Déi Gréng dafür, Lenert noch unschlüssig

Bereits am Mittwoch hatten sich Déi Gréng zu einer Impfpflicht bekannt. Auch der Dachverband der Pflegeeinrichtungen Copas sowie Mediziner wie der Infektiologe Gérard Schockmel sprachen sich dafür aus. „Ohne Impfpflicht gerät die Pandemie zur Endlosschleife“, warnte Schockmel kürzlich in einem Beitrag im „Luxemburger Wort“.


Déi Gréng wollen allgemeine Covid-Impfpflicht
Der Parteivorstand der Grünen befasste sich am Dienstag mit dem Thema Impfpflicht: Nur für Volljährige und befristet soll sie sein.

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) scheint sich indes noch unschlüssig zu sein. Anfang des Jahres erklärte sie in einem Interview mit dem „Télécran“, sie halte es für „nicht günstig, inmitten der hochkochenden Emotionen“ über eine Impfpflicht zu diskutieren. Sie wünsche sich, „dass wir es ohne schaffen und anschließend in Ruhe darüber diskutieren können, was so eine Pandemie bewirken kann, und dass wir auch mal in Ruhe über das Thema Impfungen diskutieren können“. 

Die Regierung hatte an Heiligabend angekündigt, Mitte Januar ein Konzept zum Thema vorlegen zu wollen. In der Chamber soll zudem eine Konsultierungsdebatte stattfinden.

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Infektiologe Dr. Gérard Schockmel
Der Wissenschaftler nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um die, in seinen Augen notwendige, Immunisierung der Menschen geht.
TC,Dr. Gerard Schockmel. Hopitaux Kirchberg. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort