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AMMD lobt Programme der CSV und DP
Die Vereinigung der Ärzte und Zahnärzte hat die Wahlprogramme der Parteien untersucht.

AMMD lobt Programme der CSV und DP

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Die Vereinigung der Ärzte und Zahnärzte hat die Wahlprogramme der Parteien untersucht.
Politik 2 Min. 11.09.2018

AMMD lobt Programme der CSV und DP

Jonathan PONCHON
Jonathan PONCHON
Im Vorfeld der Parlamentswahlen hat die Vereinigung der Ärzte und Zahnärzte die Programme der Chamberparteien ausgewertet.

Die Vertreter der Vereinigung luxemburgischer Ärzte und Zahnärzte, "association des médecins et médecins-dentistes" (AMMD), hat am Dienstagnachmittag an ihrem Sitz in Merl ihre Prioritäten für die kommende Legislaturperiode vorgestellt. Im Laufe der letzten Monate hat die Vereinigung der Ärzte alle Chamberparteien getroffen, um ihre Prioritäten in die Wahlprogramme einfließen zu lassen, worauf die Programme ausgewertet wurden. Die gesundheitspolitischen Ziele der CSV und der DP schneiden in Gesundheitsfragen am besten ab. Im Mittelfeld liegen Déi Gréng und die ADR. Schlechte Noten bekommen die Programme der LSAP, die mit Lydia Mutsch die Gesundheitsministerin stellt, und Déi Lénk.

Die Themen, auf welche die Wahlprogramme überprüft wurden, wurden in drei Hauptbereiche zusammengefasst: Ärztemangel, Gesundheitssystem und Patienten.

Dr. Alain Schmit, Präsident der AMMD, wies darauf hin, dass in Luxemburg in spätestens zehn Jahren ein akuter Ärztemangel herrscht: "Wenn nichts passiert, bricht unser Gesundheitssystem in zehn Jahren zusammen." Im Namen von 630 befragten Ärzten bemängelte er auch, dass sich die Ärzte immer mehr um bürokratische Tätigkeiten kümmern müssen und weniger Zeit für ihre Patienten hätten – was ihre Hauptaufgabe sei.  

Dr. Marc Peiffer, Generalsekretär der AMMD; Dr. Alain Schmit, Präsident der AMMD; Dr. Philippe Wilmes, Mitglied des Verwaltungsrats der AMMD (v.l.n.r.)
Dr. Marc Peiffer, Generalsekretär der AMMD; Dr. Alain Schmit, Präsident der AMMD; Dr. Philippe Wilmes, Mitglied des Verwaltungsrats der AMMD (v.l.n.r.)
Jonathan Ponchon

Dr. Philippe Wilmes, Mitglied des Verwaltungsrates der AMMD, kritisierte auch, dass die Politik in Gesundheitsfragen nicht auf den demografischen Wandel vorbereitet sei. Alleine im Laufe des letzten Jahres kamen 17.000 neue Bürger ins Großherzogtum, ohne dass sich das Gesundheitssystem daran anpassen würde. Darauf bemerkte Schmit, dass neuen Bewohnern in ihren Gemeinden mitteilen wann die Mülleimer geleert werden, aber nicht wie das Gesundheitssystem funktioniere. Wenn dies geschehen würde, hätten die Zugezogenen weniger den Reflex, sich in Krankenhäuser untersuchen zu lassen, sondern bei Hausärzten, was erstere entlasten würde. Generell solle die Versorgung von Patienten ambulant in der Nähe des Wohnortes gewährleistet sein.  

Die Digitalisierung, eine Herausforderung für den Gesundheitssektor

Eine weitere Herausforderung der Gegenwart, die von der Politik bisher ignoriert werde, sei die Digitalisierung, so Wilmes. Dazu fehle es bisher an integrierten Konzepten. Die Digitalisierung müsse im Sinne des Patienten sein und er warnte darüber hinaus, dass sie nicht zum gläsernen Patienten führen dürfe. Eine weitere Priorität für die Patienten sei die Einführung eines Entschädigungsfonds für langfristig durch Fehleingriffe geschädigte Patienten, so Schmit.

Rückblickend auf die zu Ende gehende Legislaturperiode kritisierten die Vertreter der AMMD außerdem das Krankenhausgesetz, bei welchem sie noch Verbesserungsbedarf sehen. Nach wie vor ist die AMMD strikt gegen die Generalisierung des Tiers payant.

Die Wahlprogramme der Parteien, die nicht im Parlament vertreten sind, wurden von der Ärztevertretung nicht berücksichtigt.



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