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Alles deutet auf Gambia II hin
Politik 2 Min. 15.10.2018

Alles deutet auf Gambia II hin

Haben zwar gemeinsam nur eine knappe Majorität, dürften sich aber für eine Neuauflage von Gambia entscheiden: Xavier Bettel, Felix Braz und Etienne Schneider bei der Elefentenrunde von RTL.

Alles deutet auf Gambia II hin

Haben zwar gemeinsam nur eine knappe Majorität, dürften sich aber für eine Neuauflage von Gambia entscheiden: Xavier Bettel, Felix Braz und Etienne Schneider bei der Elefentenrunde von RTL.
Guy Wolff
Politik 2 Min. 15.10.2018

Alles deutet auf Gambia II hin

Pierre LEYERS
Pierre LEYERS
Elefantenrunde mit den Spitzenkandidaten: Déi Gréng geben den Ton an, CSV will nicht ausgeschlossen werden.

In der von RTL ausgestrahlten Elefantenrunde kurz nach 23.30 Uhr gab es zwar noch keine definitive Koalitionsaussage, doch die Spitzenkandidaten von Déi Gréng und von DP machten keinen Hehl aus ihrem Wunsch, Gambia fortsetzen zu können.


14.10.2018 Luxembourg, Beggen, Politik,  Wahlen 2018, Parlamentswahlen 2018, élections législatives, Wahlbüro Beggen, Urne, Piratepartei, Piraten Lëtzebuerg  photo Anouk Antony
Chamberwahlen 2018
Luxemburg hat ein neues Parlament gewählt, die Koalitionsverhandlungen laufen aber noch. Alle Artikel zur Wahl am 14. Oktober 2018 und dem was danach kommt.

„Wir haben nicht das Ergebnis erreicht, das wir uns erwartet haben“, gibt Claude Wiseler (CSV) zu Beginn der Runde zu. Als mit Abstand stärkste Partei verlange die CSV aber, an der Regierungsbildung beteiligt zu sein. Die CSV auszuschließen sei „inakzeptabel“.

Für Xavier Bettel (DP) ist das Wahlresultat klar und deutlich. „Die Regierung wurde bestätigt“, stellt er fest. Zwar gebe es innerhalb der bisherigen Koalition Verschiebungen, das ändere aber nichts an dem arithmetischen Ergebnis, wonach die drei Koalitionäre zusammen auf 31 Sitze in der Chamber kommen.

Déi Gréng "eindeutiger Gewinner"

Für Etienne Schneider verbuchte vor allem der „Challenger CSV“ massive Verluste. „Ich sehe nicht, wo da der Regierungsauftrag sein sollte“, fügt der LSAP-Spitzenkandidat hinzu. Eine Koalitionsaussage seitens der LSAP hält er für verfrüht. Seine Partei habe das Pech gehabt, zwei Restsitze zu verlieren. Sie sei aber noch immer die Partei im Land mit den zweitmeisten Stimmen.

Felix Braz (Déi Gréng) hingegen legt sich unmissverständlich fest, wie er sich die nächste Regierung vorstellt. „Wir sehen uns als eindeutige Gewinner“. Kein Weg führe an den Grünen vorbei. Er gibt zu bedenken, dass rein rechnerisch gesehen eine Koalition von CSV und Déi Gréng nicht funktionieren würde. Auch betont er, dass eine Koalition ohne seine Partei nicht dem Wählerwillen entsprechen würde. Für Braz gibt es daher nur eine Option und die besteht in der Weiterführung des bisherigen Dreierbundes. Gambia sei klar bestätigt worden, so Braz. Der Zusammenarbeit während der letzten fünf Jahre stellte er ein gutes Zeugnis aus und lässt durchblicken, dass es seiner Meinung nach keinen Grund gebe, dass sich das ändern werde.

Polit-Routinier Gast Gibérien (ADR) stellt danach die wesentliche Frage des Abends: „Sollen die Sozialisten mit drei Sitzen weniger mit in die Regierung?“ Das Ergebnis seiner Partei sieht er „mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge“. Er freue sich über den Sitz im Norden, aber das Ergebnis im Osten stelle ihn nicht zufrieden. Der CSV bescheinigte er einen schweren Fehler, indem sie in ihrer Wahlkampagne eine mögliche Koalition mit der ADR kategorisch ausschloss. Dadurch sei sie für viele Wähler „keine Alternative“ mehr gewesen.

Absage an CSV, DP, Déi Gréng

Etienne Schneider sieht in den kommenden Tagen schwierige Koalitionsverhandlungen voraus. Es gelte, auf die Programme zu schauen und mögliche Schnittmengen festzustellen.

Felix Braz hält die Neuauflage von Gambia für die einzige Möglichkeit, „eine Koalition mit einem Gewinner“ zu bilden. Einem Dreierbündnis zwischen CSV, DP und Déi Gréng erteilt Braz eine klare Absage. Das wäre eine Koalition, „wo man uns nicht braucht“. Darauf sei es besser, sich nicht einzulassen.

Xavier Bettel hingegen will die Entscheidung, für welche Variante sich die DP entscheiden werde, mit seiner Parteispitze absprechen. Seine Partei sei jedenfalls „unumgänglich“.