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Alle wollen Lehrer werden
Politik 11.07.2018

Alle wollen Lehrer werden

Um den Lehrermangel im Fondamental zu decken, werden in diesem Jahr erstmals gezielt Quereinsteiger rekrutiert.

Alle wollen Lehrer werden

Um den Lehrermangel im Fondamental zu decken, werden in diesem Jahr erstmals gezielt Quereinsteiger rekrutiert.
Foto: Pierre Matgé
Politik 11.07.2018

Alle wollen Lehrer werden

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Chance, sich ohne Lehrerdiplom als Pädagoge zu versuchen und nach nur einem Jahr Praxis eventuell Zugang zum Lehrerconcours zu bekommen, wollten viele junge Menschen sich nicht entgehen lassen. Bis zum 2. Juli sind 463 Kandidaturen beim Bildungsministerium eingegangen.

Das sind weitaus mehr Kandidaturen als Lehrkräfte gebraucht werden. Als wichtigstes Zulassungskriterium gilt ein Bachelor-Abschluss in einem Fach "en relation avec un des objectifs de l'enseignement fondamental", also Mathematik, Deutsch, Französisch, Sport, Musik oder sonstige Fächer, die in der Grundschule unterrichtet werden. Pädagogische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Kandidaten erhalten während des Schuljahres eine 216-stündige Weiterbildung am Aus- und Weiterbildungsinstitut IFEN in Walferdingen und werden während vier Wochenstunden freigestellt.


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Der Sprung ins kalte Wasser

In der Regel wird ein dreiwöchiges Praktikum verlangt, bevor man eine Anstellung als Lehrbeauftragter bekommt. Bei den Quereinsteigern ist das anders. Laut dem Bildungsministerium finden zwischen dem 3. und 14. September Einführungskurse (16 Stunden) statt.

In diesen Kursen erhalten die Kandidaten Informationen zum Lehrplan und zu den Unterrichtshilfen, eine Anleitung zur Vorbereitung einer thematischen Unterrichtseinheit. Und sie sehen, wie man den ersten Schultag und den ersten Elternkontakt plant.

Am 15. September kommt dann der Sprung ins kalte Wasser.

Die Kurse sind Teil der 216-stündigen Weiterbildung am IFEN, die die Lehrbeauftragten während des Schuljahres absolvieren müssen.

Die Rekrutierung von Quereinsteigern ist eine Notlösung und dient dazu, den massiven Lehrermangel im Fondamental zu beheben. Die Maßnahme wurde gesetzlich auf fünf Jahre beschränkt.


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200 diplomierte Lehrer

Das Ministerium rekrutiert für das kommende Schuljahr über den regulären Concours voraussichtlich 200 neue diplomierte Lehrer. 239 Kandidaten waren zum Concours angemeldet, darunter 38 Lehrbeauftragte, die bereits Teil des Schulkontingents sind. Tatsächlich teilgenommen haben laut Bildungsministerium 235 Kandidaten. Kommende Woche werden die Ergebnisse, d.h. wie viele Lehrer in den einzelnen Zyklen rekrutiert wurden, veröffentlicht.

Die verbleibenden Posten werden mit Quereinsteigern besetzt. Sie werden ausschließlich in den Zyklen 2 bis 4 eingesetzt. Bei bestandener Weiterbildung erhalten die Lehrbeauftragten Zugang zum regulären Lehrerconcours. Wie viele Quereinsteiger gebraucht werden, ist noch unklar. Schätzungen zufolge dürften um die 150 Posten zu besetzen sein.

Das Angebot ist auch für Erzieher und Sozialpädagogen interessant, die bereits in der Schule arbeiten, zum Beispiel im Rahmen von Förderprogrammen für Kinder mit spezifischen Bedürfnissen. Ihr Vorteil: Sie haben Schulerfahrung. Ihnen bietet sich nun die einmalige Chance, auf eine Karriere als Lehrer inklusive aller damit verbundenen Privilegien umzusteigen.


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