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Alex Bodry: "Es gibt zurzeit mehr als nur eine CSV"
Politik 2 Min. 12.10.2019

Alex Bodry: "Es gibt zurzeit mehr als nur eine CSV"

Gast Gibéryen (l.) und Alex Bodry.

Alex Bodry: "Es gibt zurzeit mehr als nur eine CSV"

Gast Gibéryen (l.) und Alex Bodry.
Fotos: Karaba / Jallay
Politik 2 Min. 12.10.2019

Alex Bodry: "Es gibt zurzeit mehr als nur eine CSV"

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
In der RTL-Sendung "Background" debattierten am Samstag LSAP-Faktionschef Alex Bodry und der ADR-Deputierte Gast Gibéryen - nicht nur über die CSV.

LSAP-Fraktionschef Alex Bodry und der ADR-Deputierte Gast Gibéryen waren am Samstag zu Gast in der Sendung "Background" auf RTL. Zu besprechen gab es einiges, von der Gartenhaus-Affäre bis zum rätselhaften Koalitionsangebot der CSV - "die Rentrée war schon weniger spannend", so Moderator Roy Grotz zu Beginn. 

Seine beiden Gäste dürften ihm da qualifiziert zustimmen, gelten doch beide als "Urgesteine" des Luxemburger Parlaments. Und so war denn auch die erste Frage, wie es mit den beiden weitergeht, wenn sie aus dem Parlament ausscheiden. Alex Bodry sagte, er habe noch keine Entscheidung getroffen, ob er in den Staatsrat wechseln würde, "auch wenn es mir sicher Spaß machen würde." Den Zeitpunkt, wann genau er sich aus der Chamber zurückziehen wird, wollte er nicht nennen, genausowenig wie Gast Gibéryen. Der wiederum sagte zumindest, er hätte einen konkreten Termin bereits im Kopf.


Dem 56-Jährigen wurde eine Affäre um nicht genehmigte Bauarbeiten an seinem Gartenhäuschen zum Verhängnis. Das Häuschen befindet sich innerhalb des Naturschutzgebietes Prënzebierg.
Die "Gartenhaus-Affäre"
Eine kleine Hütte auf dem Grundstück von Roberto Traversini sorgt für politischen Wirbel. Lesen Sie hier nach, warum.

Auf die beherrschende Debatte der vergangenen Wochen, die Gartenhaus-Affäre, angespochen, wiederholte Bodry seine Einschätzung, dass er nicht erkennen könne, das Umweltministerin Carole Dieschburg Favoritismus betrieben habe - dafür gebe es keine Anzeichen, so Bodry. 

Oppositionspolitiker Gibéryen wurde deutlicher: Die Gartenhaus-Affäre sei "ein trauriger Moment, der der Politik schadet." Roberto Traversini sei "immer noch ein Kollege", aber am Ende sei es doch mehr gewesen als nur die Fassade eines Gartenhäuschens. "Man muss politisch darüber reden, und ich hätte mir gewünscht, dass Dieschbourg detaillierter versucht hätte, die Vorwürfe zu entkräften." Gibéryens Fazit: "Ich kann nicht sagen, was richtig und was falsch ist, ich habe mich auch nicht eingemischt. Aber ich habe das Gefühl, dass Dieschbourg angeschossen ist."

Wer einen Rücktritt wolle, müsste auch einen entsprechenden Misstrauensantrag stellen, um parlamentarisch auf der richtigen Seite zu sein, konterte Bodry.

Es gibt momentan nicht eine CSV, sondern viele. Es fehlt die einheitliche Stimme, und es fehlt dem Parteipräsidenten, der kein nationalpolitisches Mandat hat, eine Plattform.   

Alex Bodry (LSAP)

Passend zu parlamentarischen Stilfragen war ein weiteres Thema das mutmaßliche Koalitionsangebot der CSV an DP und LSAP. Wie ernst das alles zu nehmen sei, wisse er nicht, so Bodry. Aber: "In der klassischen CSV wäre das  nicht denkbar gewesen, mitten in der Legislaturperiode ohne inhaltlichen Grund so eine Anfrage zu stellen. Das ist kein guter Stil und ich finde es peinlich". Dieser schlechte Stil habe mit der Zerstrittenheit der CSV zu tun: "Es gibt momentan nicht eine CSV, sondern viele. Es fehlt die einheitliche Stimme, und es fehlt dem Parteipräsidenten, der kein nationalpolitisches Mandat hat, eine Plattform, sich zu äußern." 

Dem stimmte ADR-Mann Gibéryien zu, auch wenn die beiden Diskutanten sich erwartungsgemäß nicht in allem einig waren: Das Angebot, wenn es eines gegegeben habe, sei "armselig", so Gibéryen. Wer eine Koalition wolle, solle sich dem Wähler stellen.