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Ärztevereinigung: "Gehen Sie zum Arzt!"
Politik 2 Min. 30.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Ärztevereinigung: "Gehen Sie zum Arzt!"

Am Montag legen die Krankenhäuser und Arztpraxen - mit den gebührenden Sicherheitsmaßnahmen - wieder los.

Ärztevereinigung: "Gehen Sie zum Arzt!"

Am Montag legen die Krankenhäuser und Arztpraxen - mit den gebührenden Sicherheitsmaßnahmen - wieder los.
Foto: Lex Kleren
Politik 2 Min. 30.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Ärztevereinigung: "Gehen Sie zum Arzt!"

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Ab dem 4. Mai werden die medizinischen Aktivitäten unter strengen Vorkehrungen wieder aufgenommen. Die Ärzte appellieren vor allem an chronische Patienten, sich an ihren Arzt zu wenden.

"Patienten mit einer chronischen Erkrankung, solche die eine Impfung brauchen oder andere präventive Maßnahmen durchführen lassen wollen, sollen sich bei ihrem Arzt melden." Dazu forderte am Donnerstag Dr. Guillaume Steichen auf, als die Ärztevereinigung AMMD sich zur Wiederaufnahme der ärztlichen und zahnärztlichen Aktivitäten ab dem 4. Mai zu Wort meldete. 


Die vier Centres de soins avancés bleiben bis auf Weiteres bestehen, allerdings sind sie ab dem 4. Mai Patienten mit Covid-19-Symptomen vorbehalten.
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Stand seit 16. März die Versorgung der Covid-19-Patienten im Vordergrund und wurden die anderen Aktivitäten in den Praxen und Spitälern quasi auf null heruntergefahren, so hatte das zur Folge, dass die Patienten sich - teils auch aus Sorge, sich anzustecken - gar nicht mehr in Behandlung begaben. "Die Patienten haben die Angebote, die für Nicht-Covid-Patienten bestanden, nicht angenommen", sagte Dr. Philippe Wilmes. 

Patienten kamen zu spät zur Versorgung

Das habe zu einer Unterversorgung geführt. "Patienten kamen teils in katastrophalen Zuständen zu uns, mit Spätfolgen eines Herzinfarkts oder viel zu spät nach einem Schlaganfall, sodass die üblichen Therapien zur Vermeidung von Langzeitschäden nicht mehr angewandt werden konnten", beschrieb Steichen das Problem. Auch Fälle von Bauchfellentzündungen traten auf, weil  entzündete Bauchorgane nicht behandelt werden konnten.


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Vor allem die Patienten mit chronischen Krankheiten, wie Bluthochdruck und Diabetes, die regelmäßige Kontrollen brauchen, beunruhigen, die Ärzteschaft. "Wir sind besorgt, weil die Telekonsultation ihre Grenze hat und machen einen Appell, dass die Leute an ihren Arzt wenden", betonte Steichen. 

Zahnärzte mit speziellem Schutzmaterial ausgestattet 

Auch der Zahnarzt Carlo Ahlborn bekräftigte: "Wir sind sicher, das Virus-Problem und die Ansteckungsgefahr in den Griff zu bekommen. Mit Epidemien umgehen ist schließlich unser Beruf." Die AMMD habe Prozeduren an die Praxen verschickt, wie der Ablauf sein soll und es werde genug Schutzmaterial für die Ärzte und ihre Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Bekanntlich bestehen bei Zahnbehandlungen besondere Ansteckungsrisiken, weil beim Bohren Aerosole entstehen. 

Was die Krankenhäuser anbelangt, so können auch hier ab Montag wieder eine breite Zahl an Patienten behandelt werden. "Wir werden vor allem auf Eingriffe der ambulanten Chirurgie beziehungsweise mit nur kurzem Krankenhausaufenthalt zurückgreifen", erklärte Wilmes. Die Patientenflüsse in der normalen und der Covid-Versorgung werden strikt getrennt.

Covid-Krankenhaus: politische Entscheidung


WOfr , Centre Hospitalier Luxembourg , CHL , Sujet Coronavirus , Foto:Guy Jallay/Luxemburger Wort
AMMD ist für ein Covid-Krankenhaus
Die Ärzteschaft legt einen Vorschlag vor, wie die medizinischen Aktivitäten schrittweise wieder aufgenommen werden könnten.

Zum von der AMMD in die Diskussion gebrachten Covid-Krankenhaus steht eine Entscheidung noch aus. "Es ist ein Vorschlag, der Sinn ergibt und politisch ernsthaft diskutiert wird. Er ist auch auf eine hohe Zustimmung in der Bevölkerung getroffen. Die Ministerin ist nicht abgeneigt und es laufen Gespräche mit den Krankenhäusern - nun muss man die Entscheidung abwarten", sagte Wilmes.

Sie können in aller Sicherheit zu Ihrem Arzt gehen - sowohl in die Praxis als auch ins Krankenhaus.

Dr. Philippe Wilmes, AMMD-Vize-Präsident

"Sie können in aller Sicherheit zu Ihrem Arzt gehen - sowohl in die Praxis als auch ins Krankenhaus. Es sind alle nötigen Schutzmaßnahmen vorgesehen. Rufen Sie Ihren Arzt an, es gibt keinen Grund mehr, sich nicht behandeln zu lassen", richtete sich auch Wilmes an die Bevölkerung. Das Virus werde erst bekämpft sein, wenn eine Impfung vorliegt.

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