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ADR verspürt Wechselstimmung
Der Kongress der ADR fand am Sonntag in Berdorf statt.

ADR verspürt Wechselstimmung

Foto: Charles Caratini
Der Kongress der ADR fand am Sonntag in Berdorf statt.
Politik 10 3 Min. 18.03.2018

ADR verspürt Wechselstimmung

Annette WELSCH
Annette WELSCH
Knapp hundert Mitglieder hatten sich zum ADR-Nationalkongress in Berdorf am Sonntag eingefunden. Statutenänderungen, kämpferische Reden und Siegesgewissheit standen auf der Tagesordnung.

Nach Berdorf, dort wo Partei-Präsident Jean Schoos im vergangenen  Jahr in den Gemeiderat einzog, hatte die ADR am Sonntag zum Nationalkongress geladen. Ein Stück Berdorfer Ziegenkäse, aber auch ganz viel Zuversicht für die anstehenden Landeswahlen konnten die Parteimitglieder mit nach Hause nehmen. "Lasst uns zusammen und stark in den Wahlkampf gehen - für unser Land", war das Schlusswort von Schoos.

Davor gab es die üblichen Berichte und Reden der Mandatsträger, aber auch einstimmig verabschiedete Statutenänderungen, die Wiederwahl von Generalsekretär Alex Penning mit 93 Prozent und auch noch Grussworte von Fred Keup, dem Vertreter von "Wee 2050", der bekanntlich mit der ADR bei den Wahlen kooperieren wird. "Dankbar und froh, einen Partner zu haben", zeigte er sich. "Unser Land braucht eine starke alternative Stimme, die geeint ist und zusammen auftritt. Alle anderen sind zerstritten, aber wir sind stark und wenn wir alle zusammenstehen, können wir am 14. Oktober Großes erreichen."

Von Ackerbau bis Wachstum

"Wir sind in einem Wahljahr. Es macht sich eine Unruhe breit, wie ich sie noch nie erlebt habe, es steht ein politischer Wechsel an in der politischen Landschaft", begann Schoos seine Rede, die ganz im Zeichen des Wachstums stand. Ein Wachstum, das am Ursprung aller Probleme des Landes, wie verstopfte Straßen und Wohnungsmangel stehe und für das auch eine steigenden Staatsschuld bezahlt werden müsse.

Sechs Themen riss er an, die ins Wahlprogramm kommen: Die ADR wolle sich für ein verantwortungsvolles Wachstum, für ein lebenswertes Land, für ein Umdenken bei der Lebensmittelproduktion und eine Landwirtschaft, die nicht an purem Profitdenken orientiert ist, für eine verantwortungsvolle Rentenpolitik, die zukünftige Generationen nicht belastet, für die freie Wahl des Familienmodells sowie eine Sprachenpolitik, die den Namen verdiene einsetzen.

Statutenänderung

Bei den von Mario Daubenfeld vorgestellten Statutenänderungen handelt es sich vor allem um Maßnahmen gegen untragbare Mitglieder. "Wir hatten in der Vergangenheit Mitglieder, die sehr schnell innerhalb der Partei aufgestiegen sind oder Plätze auf Wahllisten bekommen, deren Verhalten und Haltung nicht immer den Parteiidealen entsprachen. Deswegen führen wir Karenzzeiten für Mandate ein", erklärte Mario Daubenfeld, Vizepräsident des Bezirks Zentrum. Es werden zudem jetzt positive, aber auch negative Gutachten zugelassen, wenn es um die Besetzung von Listenplätzen geht. Die Änderungen wurden einstimmig angenommen.

Die beiden Abgeordneten Roy Reding und Fernand Kartheiser fassten in ihren Reden die bekannten Haltungen zum Wohnungsbau beziehungsweise der Migration und Integration zusammen. Eine mehr stimmungsvolle und humoristische Rede hielt Gast Gibéryen, so wie man es von ihm gewohnt ist. "Die politische Konkurrenz ist nervös, sieben Monate vor den Wahlen wird schon geschossen wie noch nie vorher. Ganz aus dem Ruder laufen die Diskussionen, seit bekannt ist, dass wir unsere Kräfte mit Fred Keup und Lucien Welter bündeln", freute er sich über die Aufmerksamkeit.

Die Wähler müssten sehr gut aufpassen, wem sie ihre Stimmen geben. "Entweder macht Gambia weiter, im Zweifel unter Duldung der Linken. Wenn sie keine Mehrheit kriegen, werde es eine CSV-Regierung. "Wenn die Luxemburger massiv die ADR stärken, muss die CSV uns mit in die Regierung nehmen." Die Leute hätten beim Referendum gezeigt, dass sie nicht dumm sind, auch wenn Gambia sie als dumm bezeichnet hat und ständig versuche, das Referendumsresultat durch die Hintertür zu umgehen. "Das lässt uns an uns glauben", sagte Gibéryen. "Wenn wir als Partei so geschlossen,  wie wir hier sitzen, weitermachen, ein gutes Programm und gute Kandidaten präsentieren, bin ich überzeugt, dass wir als Gewinner aus den Wahlen hervorgehen. Zusammen schaffen wir es."



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