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ADR verpasst EU-Parlament knapp
Politik 2 Min. 27.05.2019

ADR verpasst EU-Parlament knapp

Spitzenkandidat Gast Gibéryen (links) war sich nicht zu schade, Schnittchen an die wartenden Parteimitglieder zu verteilen.

ADR verpasst EU-Parlament knapp

Spitzenkandidat Gast Gibéryen (links) war sich nicht zu schade, Schnittchen an die wartenden Parteimitglieder zu verteilen.
Foto: Guy Jallay
Politik 2 Min. 27.05.2019

ADR verpasst EU-Parlament knapp

Marc HOSCHEID
Marc HOSCHEID
Obwohl die Partei das beste Wahlresultat in ihrer Geschichte einfuhr, entsendet sie erneut keinen Vertreter nach Straßburg. Persönliches Ergebnis von Gast Gibéryen lässt aufhorchen.

„Lasst ihn uns lieber jetzt trinken, später haben wir vielleicht keine Lust mehr.“ ADR-Spitzenkandidat Gast Gibéryen hatte wohl eine Vorahnung, dass es für seine Partei erneut nicht für den Einzug ins Europaparlament reichen würde, als er gegen 21.30 Uhr die erste Sektflasche öffnete. Besonders bitter für die ADR ist, dass die Partei das beste Resultat ihrer Geschichte holte, nie zuvor hatte sie einen zweistelligen Wert erreicht.

Wohl auch deswegen herrschte kurz nach Veröffentlichung der Wahlresultate eine gemischte Stimmung in den Fraktionsräumlichkeiten, in welchen die Wahlparty stattfand und die in Kürze von den Piraten bezogen werden. Einerseits war der Stolz über das gute Abschneiden zu spüren, immerhin konnte die Partei im Vergleich zu den EU-Wahlen 2014 2,5 Prozent zulegen. Andererseits reichte es eben erneut nicht für den erstmaligen Einzug ins Parlament.


Die CSV blickte am späten Wahlabend versteinert auf die Ergebnisse.
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Die CSV fährt bei der Europawahl 2019 mit einem Minus von 16,55 Punkten ihr bisher schlechtestes Ergebnis ein und verliert einen Sitz an die DP. In der CSV-Wahlzentrale in Hesperingen stand der Parteiführung die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.

Bei Gibéryen hielt sich die Enttäuschung dennoch in Grenzen, schließlich hatte er laut eigener Aussage selbst nie damit gerechnet, dass seine Partei einen Sitz bekommen würde. Auf sein persönliches Resultat angesprochen, freute sich Gibéryen über den großen Zuspruch bei seiner letzten Wahl als Kandidat. Mit rund 43 000 Stimmen konnte er sein Resultat von 2014 mehr als verdoppeln, damals hatten ungefähr 18 000 Menschen ihm ihr Vertrauen ausgesprochen. Zudem erhielt er somit mehr Stimmen als der designierte kommende EU-Kommissar Nicolas Schmit (LSAP), der nur 39 000 Stimmen für sich verbuchen konnte.

Gibéryen bekräftigt Rücktritt

Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die ADR in Frisingen als stärkste Partei aus dem Urnengang hervorging. Gibéryen bekleidete hier  von 1982 bis 2005 das Bürgermeisteramt und wurde 2006 zum Ehrenbürgermeister ernannt. Gibéryen bestätigte dann noch einmal seinen Entschluss, sein Mandat in der Chamber während der laufenden Legislaturperiode an Fred Keup abgeben zu wollen. Auch wenn er den genauen Zeitpunkt bereits kenne, werde er diesen aber zu diesem Zeitpunkt „natürlich nicht“ verraten, so das ADR-Urgestein und Gründungsmitglied schmunzelnd.

Hinter Gibéryen belegte der zweite ADR-Abgeordnete auf der Kandidatenliste Fernand Kartheiser mit gut 19 000 den zweiten Platz. Mit 18 487 Stimmen folgt dicht dahinter Fred Keup. Tessy Brisbois, Nicky Stoffel und Sylvie Mischel bekleideten die Plätze vier bis sechs.

In ihrer Wahlkampagne hatte die ADR vor einem europäischen Zentralstaat gewarnt und für ein Europa der Nationalstaaten plädiert. Gegen Ende der Wahlkampagne sei es zunehmend zu Vandalismus an Plakaten gekommen.


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