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ADR : Tag der Entscheidung für Joe Thein
Politik 2 Min. 09.03.2017 Aus unserem online-Archiv

ADR : Tag der Entscheidung für Joe Thein

Am Donnerstag entscheidet sich, ob die ADR sich von Joe Thein abwendet oder nicht.

ADR : Tag der Entscheidung für Joe Thein

Am Donnerstag entscheidet sich, ob die ADR sich von Joe Thein abwendet oder nicht.
Foto: Armand Wagner
Politik 2 Min. 09.03.2017 Aus unserem online-Archiv

ADR : Tag der Entscheidung für Joe Thein

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Das ADR-Nationalkomitee entscheidet am Donnerstag über die politische Zukunft von Joe Thein. Der streng geheime Bericht, der dem Gremium nun vorliegt, sieht drei Varianten vor.

(ml) - Am Donnerstagabend wird das ADR-Nationalkomitee darüber befinden, ob Joe Thein aus der Partei ausgeschlossen wird oder nicht. Der Lokalpolitiker aus Petingen hatte auf der Facebook-Seite des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser einen Hasskommentar geliked, in dem Außenminister Jean Asselborn ein Tod wie der des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy gewünscht wurde. Das hatte, zusammen mit Theins Rechtfertigungen im Anschluss, eine Welle der Entrüstung ausgelöst.

Vergangene Woche hatte die Parteileitung einstimmig beschlossen, ein Disziplinarverfahren gegen den Jungpolitiker zu eröffnen. Parteipräsident Jean Schoos und Generalsekretär Alex Penning wurden damit beauftragt, eine Untersuchung sowohl der be- als auch der entlastenden Fakten durchzuführen.

Der siebenseitige Bericht kann seit diesem Donnerstag in der ADR-Fraktion von den Mitgliedern des Nationalkomitees eingesehen werden. Um den Persönlichkeitsschutz von Joe Thein zu gewährleisten, wurde das Dokument lediglich an den Betroffenen verschickt.

Drei Varianten

Der Bericht sei streng vertraulich, sagte Generalsekretär Penning auf Nachfrage des "Luxemburger Wort". Deshalb weigere er sich zu einem laufenden Verfahren Stellung zu beziehen.

In dem Schriftstück werden drei Möglichkeiten aufgezeichnet. Neben dem Parteiausschluss und einem Status quo wird eine dritte Variante vorgeschlagen. Demnach könnte Joe Thein dazu verpflichtet werden, verschiedene Ämter abzugeben. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass das Nationalkomitee keiner der drei oben genannten Optionen verfolgt und eine völlig andere Option bevorzugt, unterstreicht Parteichef Jean Schoos. 

Gemäß den Parteistatuten wird Joe Thein an der für Donnerstagabend einberufenen Sitzung erneut Stellung zu den Vorkommnissen beziehen. Danach werden die Mitglieder des Nationalkomitees in einer geheimen Abstimmung eine Entscheidung treffen.

"Jeder soll ganz nach seinem Gewissen darüber befinden", betont ADR-Präsident Schoos. Damit die Wahl gültig ist, müssen jedoch mindestens 13 Mitglieder des Parteigremiums anwesend sein. Bei der ADR ist man zuversichtlich, dass das Mindestquorum übertroffen wird.

ADR-Nationalpräsident Jean Schoos sieht seine Partei nicht vor einer Zerreißprobe.
ADR-Nationalpräsident Jean Schoos sieht seine Partei nicht vor einer Zerreißprobe.
Foto: Lex Kleren

Wie hoch der Imageschaden ist, den die ADR durch den Fauxpas von Joe Thein erlitten hat, bleibt abzuwarten. Es sei wichtig, dass nach der Entscheidung des Nationalkomitees wieder Ruhe in die Partei einkehre,  so Jean Schoos, der darauf hinweist, dass der Autor des Hasskommentars über Asselborn kein ADR-Mitglied ist.

Neben dem Fall Thein wird die Parteiführung am Donnerstag auch über die Ausrichtung des Wahlprogramms im Hinblick auf die Gemeindewahlen im Oktober beraten. Dabei handele es sich um eine völlig normale politische Diskussion, so Schoos.

Medienberichte, denen zufolge die ADR vor einer Zerreißprobe stehe, weist der Parteichef zurück. Das "Tageblatt" hatte berichtet, dass der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser mit der rechtspopulistischen AfD liebäugele. "Herr Kartheiser flirtet mit der AfD nicht mehr, als er dies vor sechs Monaten getan hat. Bei uns flirtet er im Rahmen der Partei nicht mit der AfD", stellt Parteichef Schoos klar.




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